Zum Start von Oliver Stones neuem Film “Wall Street 2: Geld schläft nicht” verlost FVL-Designs.com zusammen mit 20th Century Fox und boxoffice Filmmarketing drei tolle Fanpakete. Jedes Paket enthält: 1 Kinogutschein, das offizielle Filmposter und die DVD zum ersten „Wall Street“ Film Alles was Ihr tun müsst, um diese tollen Preise zu gewinnen ist, folgende Frage zu beantworten... Wer spielte Gordon Gekkos Lehrling und späteren Gegener Bud Fox im ersten Teil?
a)Shia LaBeouf
b)Michael Sheen
c)Charlie Sheen
Schickt eine Mail mit Eurer Antwort, sowie Eurem Namen und Eurer Adresse an: aktion@fvl-designs.com
Die Teilnahme ist bis zum 29.10.2010 22:00 Uhr möglich. Mehrfacheinsendungen werden nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die eingebenen persönlichen Daten werden nur für die Teilnahme an diesem Gewinnspiel gespeichert, für den Versand der Gewinne verwendet und anschließend gelöscht. Bildrechte: 20th Century Fox, 2010
Nach dem Ende seiner langjährigen Haftstrafe stellt Gekko fest, dass er nicht mehr Teil der Wall Street Welt ist, die er einst dominierte. Um die kaputte Beziehung zu seiner Tochter Winnie zu kitten, verbündet er sich mit deren Verlobten Jacob, einem jungen Investment Banker. Dieser beginnt in Gordon Gekko eine Art Vaterfigur zu sehen. Aber Jacob muss schon bald auf schmerzliche Weise lernen, dass Gekko immer noch ein Meister der Manipulation und keineswegs gewillt ist, seinem früheren Lebenswandel abzuschwören...
„Gier ist gut!“ Gekkos Leitsatz aus dem ersten Wall Street Film, weicht in diesem dem Titel seines im Gefängnis verfassten Buches „Ist Gier gut?“. Wir begleiten Ex-Mega-Investment Broker Gordon Gekko bei dem Versuch, sein Leben in den Griff zu bekommen, doch auch nach vielen Jahren im Knast, ist die Versuchung der Wall Street groß. Und es ist hart, die Welt zu sehen, über die er einst wie ein König herrschte. Auch Jacob hat Probleme in der Welt des Geldes. Er ist zwar erfolgreich als Börsenmakler, muss jedoch einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, als sich sein Mentor umbringt, nachdem er von einem Investmentbanker a la Gekko übers Ohr gehauen wurde. Das Zusammentreffen mit Gekko bietet ihm nun die Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Er versucht Gordon und seine Tochter, mit der er verlobt ist, wieder zueinander zu führen und möchte sich mit Gordons Hilfe und Erfahrung am „Mörder“ seines Mentors rächen. Zu spät erkennt er, dass Gordon während seiner Haft das Spiel um Geld, Macht und Manipulation nicht verlernt hat. Es gab eine Zeit, da war jeder Oliver Stone-Film ein Meisterwerk, diese Zeit ist leider schon seit einer Weile vorbei. Wall Street 2 kann nicht an den Erfolg und die Kunst des ersten Films anknüpfen. So gut Michael Douglas auch spielt, und er verschmilzt wirklich mit Gekko, so sehr fehlt doch der passende Counterpart, denn Josh Brolin wirkt mehr wie ein Duplikat Gekkos, wenn auch mit weniger Stil, Jacob ist mit Shia LaBeouf eine absolute Fehlbesetzung und auch Gekkos Tochter Winnie, gespielt von Carey Mulligan, wirkt in der Welt von Gekko/Douglas ein wenig deplatziert. Will man wirklich einen sentimentalen Gekko sehen, der der Beziehung zu seiner Tochter nachtrauert – ich nicht.
Neben Michael Douglas glänzen weitere hochkarätige Nebendarsteller, allen voran das Urgestein Eli Wallach, der trotz seinem hohen Alter noch immer einer der ganz Großen in Hollywood ist, was er in seiner Roller einmal mehr unter Beweis stellt. Der Film beschert uns außerdem ein Wiedersehen mit dem unglaublichen Frank Langella, als Jakes Mentor, und der fantastischen Susan Sarandon, als Jakes vom Leben gebeutelte Mutter. Gerade letztere wird im Film jedoch ziemlich verheizt. Warum besetzt man eine derart profilierte Darstellerin und gibt ihr dann nur ein paar mickrige Szenen, da hatte ja Daryl Hannah im ersten Teil mehr Text und die war nur als Eye-Candy gedacht. Josh Brolin, hat übrigens wie immer eine sehr gute Leistung abgeliefert, leider ließ ihm das Drehbuch nur wenig Gelegenheit, völlig aus sich heraus zu kommen.Er ist für mich einer der Darsteller, die immer unterschätzt werden und ich freu mich schon heute auf einen Film, in dem er sein wahres Talent unter Beweis stellen kann. Ein absolutes Highlight des Films war der kurze Cameo-Auftritt von Charlie Sheen, der den Bud Fox im ersten „Wall Street“-Film gespielt hat, allein dafür hat es sich gelohnt, ins Kino zu gehen. Der Film ist kein Meisterwerk, sondern solides Popcornkino von Altmeister Stone. Ich hätte mir mehr von seiner Arbeit erhofft, deshalb und für die Hauptcharaktere (mit Ausnahme von Gekko) bekommt der Film von mir „nur“ 7 von 10 Punkten.
Davorka Tovilo bei der Premiere von "Knight and Day" in München
21. Juli 2010 – die Sonne brennt auf München hinab und der Brunnen am Stachus ist abgestellt. Warum? Weil hier heute abend die Deutschlandpremiere des neuen 20th Century Fox Films „Knight and Day“ stattfand, in Kooperation mit Pro7 und BMW. Ein Spektakel der Sonderklasse, das nicht nur die Münchner Sightseeingbusse zum Anhalten brachte, sondern vielmehr einen Großteil der Innenstadt komplett lahm legte. GNTM Gewinnerin Barbara Meier auf dem roten Teppich in München
Wir von der Presse mussten schon dreieinhalb Stunden vor Beginn der Vorführung am Veranstaltungsort sein, um unsere Premierenausweise zu bekommen und unsere Plätze im Pressebereich des roten Teppichs einzunehmen, über den die beiden Hauptdarsteller Tom Cruise und Cameron Diaz laufen sollten. Mit uns waren auch schon unzählige Fans frühzeitig da, um einen Platz auf der anderen Seite des Teppichs und somit eine Chance auf eines der heiß begehrten Autogramme zu bekommen. Während man uns mit allerlei Annehmlichkeiten wie Sonnenschirmen, Getränken und kleinen Köstlichkeiten bedachte, hatten die Fans all das nicht. Sie taten mir wirklich leid. Irgendwann hat man sich dann aber doch erbarmt und brachte auch den Fans Wasser.
Während wir die Gästeliste durchgingen warteten wir auf den Beginn des Spektakels und auf die Protestaktionen gegen Scientology, wobei ich es sehr schade finde, dass Herr Cruise stets darauf reduziert wird und nicht für seine Arbeit gewürdigt wird. Die Protestaktion fiel, soweit ich das von meinem Fleckchen Teppich beurteilen konnte, ziemlich klein aus. Ein Typ mit Vendetta-Maske, ansonsten gab es eine Protestaktion der etwas anderen Art. Ist man es in München doch gewohnt, dass die Prominenz zu den Events strömt, solange Catering und Presse als gegebene Faktoren aufgeführt wurden, blieb die heutige Premiere fast Promi-frei. Schade eigentlich. Nun gibt es mal Hollywood in München und irgendwie ist es dann auch nicht recht. Tom Cruise und Cameron Diaz waren wieder sehr publikumsnah und ausgelassen. Sie beantworteten geduldig eine Frage nach der anderen, schrieben unzählige Autogramme und ließen sich ebenso oft ablichten, so dass der Filmbeginn immer wieder nach hinten verlegt wurde. Tom Cruise hatte am Abend zuvor den Münchner Biergarten besucht und freute sich mit den Vertretern der Presse über unerkannte Stunden der Muße am Eisbach, den, wie ich auf Nachfrage erfahren habe, Cameron Diaz noch nicht besucht hatte, obwohl ich jede Wette eingegangen wäre, dass diese Surfernatur direkt aus dem Flugzeug in die Surferklamotten springt und ausprobiert, was in München mittlerweile sogar ein Sightseeing-Punkt geworden ist. Cameron Diaz freute sich auch, allerdings auf den Urlaub nach der Promotour, den sie dann erst mal mit Schlafen verbringen möchte. Auch wenn der Film von mir nur 5 von 10 Punkten bekommen hat, würde ich ihn jedem ans Herz legen. Wenn sich Weltstars wirklich noch so viel Zeit für Autogramme und Fotos nehmen, wie diese Beiden, dann sollte man das unterstützen.
Herzlich willkommen im “Popcorn-Sommer”! Warum sollten nicht auch wir Deutschen endlich einmal einsehen, dass Kinos im heißen Sommer, Dank Klimaanlage eine tolle Alternative zum viel zu heißen Sonnenbad. Hollywood sorgt auch in diesem Jahr wieder für gewohnt leichte, aber dennoch unterhaltsame Kost auf den Kinoleinwänden. Mit „Knight and Day“ kommt in diesem Jahr eine Action-Komödie nach Deutschland, die einen mitnímmt, auf eine Reise um die Welt. Das Ganze mit den unwiderstehlichen Reiseleitern Cameron Diaz und Tom Cruise, die nach ihrem Techtelmechtel in „Vanilla Sky“ nun endlich wieder gemeinsam vor der Kamera standen.
Zum Inhalt:
June Havens (Diaz) rennt auf dem kleinen Flughafen von Wichita, Kansas zwei Mal in die Arme des charmanten Roy Miller (Cruise). In einem fast leeren Flugzeug trifft sie ihn dann wieder und glaubt an das Schicksal, dass ihr hier einen Wink geben will. Während June die Toilette besucht, um sich für den Flirt mit Roy noch ein wenig herauszuputzen, erledigt Roy in einem Aufwasch alle übrigen Passagiere und das gesamte Bordpersonal, das auf ihn angesetzt war. Roy ist Geheimagent, der – so scheint es – gegen seine eigene Agency kämpft. June wird hier irgendwie mitreingezogen und muss sich fortan mit Auftragskillern, fernen Inseln, technischen Erfindungen und Maschinenpistolen auseinandersetzen. Außerdem quält sie noch immer die Frage, ob die Seite, auf der sie steht wirklich die richtige ist – oder, Roy ein doppeltes Spiel mit ihr treibt...
So schön so gut. Cameron Diaz als tollpatschige Mechanikerin, die an der Seite eines smarten Geheimagenten im Laufe des Films zur Höchstform aufläuft. Neu? Nicht wirklich. Auch in „Charlies Angels“ war sie schon ein wenig tollpatschig. Sie hat die bösen besiegt, dabei aber auch nicht alles beim ersten Mal hinbekommen.
Tom Cruise als Geheimagent, der von seiner eigenen Agency für einen Verräter gehalten wird und die Welt (oder in diesem Fall ein junges Genie) retten muss – klingt das nicht nach...ja genau, hatten wir auch schon mal. Neu sind hier lediglich die Namen ihrer Filmcharaktere. Die Actionszenen sind tempogeladen, wirken aber schlecht aneinander geschnitten und die Musik nicht immer auf die Atmosphäre der Szenen abgestimmt. Trotzdem macht es Spaß, den beiden auf der Leinwand zuzusehen. Die Chemie zwischen den beiden, die bereits in „Vanilla Sky“ wahnsinnig präsent war, kann auch in diesem Film nicht weggeleugnet werden. Die Länder in die es die Charaktere verschlägt sind atemberaubend oder zumindest geschichtsträchtig, auf jeden Fall jedoch so schön fotografiert, dass man sich wünscht, nicht alles würde in die Luft fliegen (keine Panik, ein paar Dinge bleiben schon stehen).
Peter Sarsgaard, Maggie Grace, Paul Dano, Marc Blucas und Viola Davis bilden die Nebendarsteller in ihrem Film, die aufgrund der sehr dünnen und schon alt bekannten Story jedoch wenig glänzen können.
Schade eigentlich, der Film hatte Potential und ich hätte beiden Hauptdarstellern mal wieder einen Super-Blockbuster gegönnt.
Aufgrund persönlicher Gründe, gibt es meine Rezension zu diesem Film erst jetzt. Ich habe den Trailer zu diesem Film geliebt; er machte so viel Lust auf mehr. Action und vor allem viele Szenen mit den von mir geliebten Nebendarstellern. Voller Erwartung lief ich dann also ins Kino...
Seattle wird von einer Reihe mysteriöser Todesfälle heimgesucht. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass eine Armee aus neugeborenen Vampiren aufgebaut wird. Es ist jedoch unklar, wer dahinter steckt. Die Armee macht sich auf den Weg nach Forks, um gegen Bella und Edward zu ziehen, da wird klar, dass Victoria, dessen Gefährten Edward im ersten Teil der Saga getötet hat, die Anführerin der Gegenseite ist. Die Werwölfe und Vampire von Forks schließen ein Bündnis, um die Gefahr von der kleinen Stadt und ihren Einwohnern fern zu halten. Durch Jaspers Erfahrung in der Armee und mit dem Kampf gegen und mit Neugeborenen, können sie einen Schlachtplan entwickeln, der ihnen eine Aussicht auf Sieg gewährt. In all dem Tohuwabohu steckt Bella mal wieder in ihrer Gefühlswelt fest. Ihre Liebe zu Edward wegen, möchte sie zu einem Vampir werden, dem will der schöne Vampir jedoch nur zustimmen, wenn sie einwilligt, ihn zu heiraten. Das alles gefällt dem verliebten Werwolf Jacob natürlich gar nicht und so findet sich Bella einmal mehr zwischen zwei Männern wieder, doch dieses Mal muss sie sich endgültig entscheiden.
Selbstverständlich kommen auch in diesem Film die Nebencharaktere wieder zu kurz. Zwar nimmt sich das Drehbuch dieses Mal die Zeit, die Vorgeschichte von Rosalie und Jasper etwas mehr zu beleuchten, doch so schön das auch gelungen ist, so sehr wünscht man sich mehr davon. Stattdessen bekommt man aber wieder Liebesgesäusel, schmachtende Blicke und Spannung zwischen den Rivalen – was nach nunmehr drei Filmen wirklich ein alter Hut ist. Kristen Stewart, Robert Pattinson und Taylor Lautner sind natürlich attraktive Menschen und alle drei zusammen in einem Bild, fast mehr als das Auge ertragen kann, aber ich plädiere nach wie vor für einen Film nur mit den Nebendarstellern, die die von fast allen geliebten Nebendarsteller fast ausnahmslos an die Wand spielen.
Wie wäre es mit einem Cullen Familienspecial oder einem Special mit Billy Burke (Bellas Vater)? Den Film würde ich mir sofort ansehen. Die kurzen Szenen, die die Nebendarsteller, allen voran Peter Facinelli, Ashley Greene, Jackson Rathbone und Billy Burke, haben sind für mich die schauspielerischen Highlights. Das man die Gestalt der Bree Tanner im Film immer wieder zeigen muss, die wie ein verschrecktes Reh durch die Gegend schleicht, ist wahrscheinlich auf den Erfolg des letzten Buches über eben diese Gestalt zurückzuführen, doch Jordelle Farland ist mir schon in „Silent Hill“ auf den Geist gegangen und so freute ich mich über den Gastauftritt der Volturi, die diesem Charakter auf brutale Weise ein Ende bereiteten.
Ein Pluspunkt gegenüber dem letzten Teil der Saga ist die Animation der Werwölfe, die in diesem Film viel besser wirkt. Herzlichen Dank an das Animations-Team. Aber im nächsten Teil vielleicht noch weniger Kuscheltier und noch ein bisschen mehr kraftvolle Bestie? Aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert. Allen schmachtenden Romantikern ist dieser Film dringend ans Herz zu legen, allen Liebhabern konkreter Action leider eher nicht, obwohl auch bei den Kampfszenen Glanzpunkte hervorstechen (Luftrollen des Vampirs Alice zum Beispiel).
In der Gesamtwertung bekommt dieser Film von mir 6 von 10 Punkten
Am Sonntag war es wieder so weit: Im Kodak-Theatre in L.A. wurden die alljährlichen Oscars verliehen. Nach den fallenden Einschaltquoten der letzten Jahre – die Ausnahme bildet hier natürlich die letztjährige von Hugh Jackman moderierte Veranstaltung – hat man in diesem Jahr eine kleine Änderung in das Regelwerk der Oscars eingebaut. Statt fünf Filmen waren in diesem Jahr zehn Filme im Rennen um den Preis für den besten Film dabei. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alec Baldwin und Steve Martin, letzterer hatte die Moderation bereits vor einigen Jahren übernommen. Schon damals waren die Gags vorhersehbar, daran konnte in diesem Jahr auch sein Co-Host nichts ändern. Die Show fing fantastisch an, mit einem Überraschungsauftritt von Neil Patrick Harris, bekannt aus „How I met your mother“ und „Doogie Howser M.D.“, der mit seiner Shownummer an die große Zeit der Musicals der 50er und 60er Jahre erinnerte. So vielversprechend der Showabend begann, so langweilig wurde dann doch die Verleihung. Es gab nur sehr wenige Überraschungen – so zum Beispiel der Gewinner in der Kategorie bester ausländischer Film. Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Ben Stiller in komplettem Avatar Make Up. Ansonsten wären nur zu erwähnen, dass Steve Martin und Alec Baldwin es sich in diesem Jahr wohl endgültig mit George Clooney verscherzt haben. Immer wieder erklärten Sie ihm, dass er nur einen stoischen Gesichtsausdruck in seinem Repertoire hat. Ob das wirklich wahr ist, soll jeder selbst für sich entscheiden. Ich finde es ist nicht so. Die großen Erfolge des Abends waren der Oscar für Christoph Waltz in der Kategorie beste Nebenrolle, der für Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin, Jeff Bridges für die beste Hauptrolle und Kathryn Bigelow für die beste Regie. All diese Preisträger erhielten den ersten Oscar ihrer Karriere. Kathryn Bigelow bekam sogar als erste Frau in dieser Kategorie den Oscar. Doch nun zu den Gewinnern im Einzelnen: Best Picture – “The Hurt Locker” Best Actor – Jeff Bridges “Crazy Heart” Best Supporting Actor – Christoph Waltz “Inglourious Basterds” Best Actress – Sandra Bullock “The Blind Side” Best Supporting Actress – Mo’Nique “Precious” Animated Feature Film – “Up” Art Direction – “Avatar” Cinematography – “Avatar” Costume Design – “The Young Victoria” Directing – Kathryn Bigelow “The Hurt Locker” Documentary Feature – “The Cove” Documentary Short – “Music by Prudence” Film Editing – “The Hurt Locker” Foreign Language Film – “The Secret in Their Eyes” – Argentinien Makeup – “Star Trek” Original Score – “Up” Original Song – “The Weary Kind” Theme from “Crazy Heart” Animated Short Film – "Logorama" Live Action Short Film – “The New Tennants” Sound Editing – “The Hurt Locker” Sound Mixing – “The Hurt Locker” Visual Effects – “Avatar” Adapted Screenplay – “Precious: Based on the Novel “Push” by Sapphire” Original Screenplay – The Hurt Locker
Schon der Trailer hat die Erwartungen des Publikums angeheizt. Johnny Depp als verrückter Hutmacher in einem Film seines scheinbar ewigen Filmpartners Tim Burton. Dies gepaart mit den wundervoll schrillen und verrückten Charakteren aus der Welt von Lewis Carroll’s „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“. Doch sind die Erwartungen an den Film vielleicht zu hoch... Wer ins Kino geht und eine Real-3D-Verfilmung des Disney-Cartoon Klassikers erwartet wird ebenso enttäuscht, wie Liebhaber der beiden Carroll Kinderbücher. Tim Burton, sein Produzententeam und Drehbuchautorin Linda Woolverton (u.a.„Die Schöne und das Biest“, „Mulan“) gingen bei Ihrer Alice-Verfilmung einen anderen, in der Hollywoodwelt sehr beliebten, Weg – den des Sequels... Alice Kingsleigh ist 19 Jahre alt und quasi auf ihrer eigenen Verlobungsfeier gestrandet. Als der junge Lord ihr gerade einen Heiratsantrag machen möchte, sieht sie ein weißes Kaninchen mit Weste und Taschenuhr bei den Hecken. Einem Impuls folgend lässt Alice den jungen Mann und seinen Ring zurück und folgt dem Kaninchen in den Kaninchenbau, der sich als schier unendliches Loch entpuppt. Alice findet sich, nachdem sie erst zu groß und dann zu klein wurde, in Underland wieder. Einem Ort an dem ihr die skurillsten Gestalten begegnen, von denen das Kaninchen noch die harmloseste ist. So neu und verrückt die Gestalten und die Umgebung (sprechende Blumen und Riesenpilze?) für Alice sind, erscheinen sie ihr doch sonderbar vertraut, kennt sie all das doch bereits aus den Träumen, die sie hat, seitdem sie ein kleines Kind war. Die Figuren, allen voran der verrückte Hutmacher und die Raupe Absolem fragen sich indes, ob es dieselbe Alice ist, die bereits vor zwölf Jahren bei Ihnen war und das Schicksal Underlands stark geprägt hat. Sie hoffen darauf, dass Alice auch bei ihrem neuen Besuch die Zukunft des Reiches rettet und gegen die rote Königin kämpft, die sich nach Alices letztem Besuch die Herrschaft unter den Nagel gerissen hat. Wird Alice begreifen, dass ihre Träume real waren und sie schon einmal Underland gerettet hat? Wird sie der weißen Königin Mirana, der jüngeren Schwester der roten Königin, helfen können und den grausamen Jabberwocky besiegen? Und wird sie den Weg nach Hause finden? Burtons „Alice“ geht also einen neuen Weg. Doch ist dieser auch von Erfolg gekrönt? Die Geschichte wirkt bunt zusammengestückelt und auch wenn es einen großen Endpunkt gibt, wird dieser nicht ausreichend vorbereitet. Das ist aber auch nicht möglich, da Tim Burton, was überaus ungewöhnlich für ihn ist, uns einen Charakter nach dem anderen vorführt, dabei jedoch außer Acht läßt, diese auch einzuführen. Ein gewissen Vorwissen sollte der Kinobesucher also schon mitbringen, sonst ist zum Beispiel der kurze Auftritt des Dodo schnell übersehen. Vielleicht sehen wir hier auch nur einfach Tim Burtons wohl subjektivsten Film. Ein Film, der schlicht und ergreifend die beiden liebsten Schauspieler Burtons, seine Lebensgefährtin Helena Bonham-Carter und seinen guten Freund Johnny Depp, in den Mittelpunkt einer Geschichte rückt, in der das Mädchen Alice doch eigentlich die Hauptperson sein sollte. Bonham-Carter kann als rote Königin, eine Mischung aus der Herzkönigin und der roten Königin des zweiten Teils, sämtliche Tiefen ausloten, zerbrechlich und tyrannisch zugleich. Ihre Wutausbrüche in diesem Film sind grandios. Johnny Depp ist in der Rolle des verrückten Hutmachers einfach magisch. Die Geschichte bietet ihm als einzigem ausreichend Hintergrundinfos, um zu erklären, weshalb er verrückt ist. Die Geschichte ist tragisch: Durch das Unheil, das er mitansehen musste, als die rote Königin den Thron erobert hat und durch die Arbeit mit Quecksilber bei der Hutherstellung hat er nahezu den Verstand verloren. Doch tief in seinem Herzen ist er ein treuer Freund für Alice und ein loyaler Untertan der weißen Königin. Die wunderbar gestalteten Computercharaktere, die besonders im Originalton mit hervorragenden Stimmen - Christopher Lee, Michael Sheen, Alan Rickman u.a.- vertont wurden, dienen Depp und Bonham-Carter vor allem dazu ihr eigenes Talent in diesem Film frei entfalten zu können. Ein wenig blass wirkt dagegen Anne Hathaway. Dies liegt jedoch nicht an ihr, sondern vielmehr daran, dass ihre Figur nicht ausreichend eingeführt wurde. So schafft sie es zwar der weißen Königin eine ausreichende Portion Morbidität zu verleihen, dem Zuschauer bleibt jedoch zum größten Teil verschlossen, warum dies nötig ist. Eine Enttäuschung, wenn auch visueller Lichtblick, ist die Alice-Darstellerin Mia Wasikowska. Wasikowska konnte bislang ihr Talent nur in Nebenrollen, zum Beispiel als Chaya Dziencielsky in Defiance, unter Beweis stellen, in ihrer ersten großen Rolle kann Sie jedoch nicht mit Kraft oder Ausstrahlung überzeugen. Ein farbloser Fleck in einer sonst doch sehr farbenfrohen Verfilmung. Wirklich schade. Vielleicht wäre Dakota Fanning hier eine Alternative gewesen.
Als ich mich ins Kino begab, tat ich dies mit gemischten Gefühlen – würde ich, die zur Zielgruppe der 25-35 Jährigen gehört, einen Film ansprechend finden, in dem es um Liebende um die 60 geht? Doch schon kurz nach Beginn des Films hatte mich die Filmgöttin Meryl Streep bereits in Ihren Bann geschlagen und all die gemischten Gefühle wichen einem warmen Gefühl von Freude...
Jane Adler, Mutter dreier erwachsener Kinder und Eigentümerin einer erfolgreichen Bäckerei, pflegt nach rund einem Jahrzehnt der Trennung mit ihrem Ex-Mann Jack wieder eine freundschaftliche Beziehung. Er, erfolgreicher Anwalt, hat inzwischen eine viel jüngere Frau geheiratet, die der Scheidungsgrund der Ehe mit Jane war und die jetzt ein Kind von ihm will. Da landen die beiden nach einem feuchtfröhlichen Abend wieder miteinander im Bett. Plötzlich ist Jane die "andere Frau". Erschwert wird die heikle Situation durch den liebenswerten Architekten Adam, der ihr gerade den Hof macht.Was genau Ihr Schwiegersohn in spe mit dieser ganzen Geschichte zu tun hat ist Training für die Lachmuskeln.
Meryl Streep, Alec Baldwin und Steve Martin harmonieren unglaublich gut in der neuen RomCom von Nancy Meyer („Was das Herz begehrt“). Schon nach ein paar Minuten hat die Geschichte um das Liebesleben von Jane einen in ihren Bann gezogen und von den 120min Filmdauer verbringt man mindestens 60min mit unausgesprochen lautem Lachen. Das liegt nicht zuletzt an der perfekten Besetzung: Alec Baldwin als alternder Aufreißer, der es noch mal wissen will, Steve Martin als scheidungsgebeutelter Architekt auf Freiersfüßen und Meryl Streep als Frau in den besten Jahren, die nun, da sie dachte ihren Weg gefunden zu haben, vor einer unerwarteten Weggabelung steht. Für besondere Lachmomente sorgt der Verlobte (John Krasinski) von Janes ältester Tochter, der zufällig auf die Affäre zwischen Jane und Jake stößt und alles versucht, um diesen Umstand vor dem Rest der Familie geheim zu halten.
Die Geschichte ist nicht neu und bei Weitem nicht kreativ genug, um als originell zu gelten, über diese Tatsache hilft der Wortwitz des Drehbuchs und das immense Talent der Darsteller jedoch schnell hinweg. Übrig bleibt ein wunderbares Kinoerlebnis, das Frau mit ihren Freundinnen, ihrem Freund, aber auch ihrer Mutter in die Filmtheater treibt. Wartet nicht auf die DVD, geht ins Kino (und kauft die DVD trotzdem) und schaut Euch dieses Komödienspektakel an. Ist immerhin auch eine tolle Vorbereitung für die kommende Oscarverleihung, die die beiden männlichen Hauptdarsteller mit gewohntem Charme gemeinsam moderieren werden.
Damit Euch auf dem Weg ins Kino nicht allzu kalt wird, habt Ihr jetzt noch die Gelegenheit 1 von 3 herzförmigen Handwärmern zum Film zu gewinnen. Schreibt schnell eine Mail und nennt mir den Namen, der Dame, die in „Mamma Mia“ schon einmal unerwartete Wege gegangen ist. Schickt die Mail mit Angabe Eurer Adresse an: aktion@fvl-designs.com
Diese Verlosung führen wir im mit freundlicher Unterstützung der S&L Medianetworx GmbH und natürlich Universal Pictures durch.
Teilnahmebedingungen Die Teilnahme ist bis zum 01.03.2010 22:00 Uhr möglich. Mehrfacheinsendungen werden nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die eingebenen persönlichen Daten werden nur für die Teilnahme an diesem Gewinnspiel gespeichert, für den Versand der Gewinne verwendet und anschließend gelöscht.
Schon vor dem Erscheinungstag brach “New Moon” im Vorverkauf alle Verkaufszahlen. Am Donnerstag ist der zweite Teil der „Twilight Saga“ nun endlich auch in den deutschen Kinos gestartet. Bella und Edward sind nach wie vor sehr verliebt. An Bellas Geburtstagsfeier, die Edwards Schwester Alice im Haus der Cullens ausrichtet, geschieht allerdings ein kleiner, aber blutiger Unfall, der das Leben der Cullens, vor allem aber das von Bella gehörig auf den Kopf stellen soll. Edward verläßt Bella von einem Tag auf den anderen und mit ihm auch seine Familie. Allein bleibt Bella in Forks bei ihrem Vater zurück und verfällt in eine Depression. Nachts wacht sie schreiend aus Alpträumen auf und tagsüber möchte sie das Haus am liebsten nicht mehr verlassen. Nur Jacob Black schafft es, sie aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Er verliebt sich in Bella, doch diese hat in ihrem Herzen noch immer nur Platz für den Vampir. Doch auch Jacob birgt ein dunkles Geheimnis. Er gehört einer Gruppe von Werwölfen an, die die Menschen gegen Vampire verteidigen sollen. Mit den Cullens und ihrem Stamm gab es ein Friedensabkommen, doch nun sind neue Vampire in Forks, die das Leben der Menschen, vor allen Dingen das von Bella bedrohen. Um den Vampir Laurent hat man sich schnell gekümmert, doch Victoria, die an Bella den Tod ihres Geliebten James rächen möchte, ist gerissener und kommt Bella extrem nah. Doch das ist nicht die einzige Gefahr, die Bella droht, sie selbst setzt sich immer größeren Risiken aus, seitdem sie erkannt hat, dass Edward hier immer wieder erscheint, wenn sie sich in Gefahr begibt. So springt sie eines Tages von den Klippen, was sie nicht tötet nur sieht Alice das leider nicht, weil der Werwolf Jacob, der Bella rettet, ihre Gabe in die Zukunft zu sehen trübt. So denkt Edward, dass seine geliebte Bella tot ist und er macht sich auf zum Vampiradelsstand der Volturi um ebenfalls zu sterben. Können Alice und Bella das noch verhindern und was passiert, wenn die Volturi auf die menschliche Bella treffen... Mit Chris Weitz tritt ein neuer Regisseur in die Twilight Saga ein. Doch der „About a Boy“-Regisseur schafft es, den Zuschauern zu geben was sie wollen, Edward, Bella und Jacob, das Love-Triangle, das sich durch die restlichen Bücher ziehen soll. Obwohl für den zweiten Teil, nur wenig Produktionszeit zur Verfügung stand, liefern Weitz, seine Darsteller und die Crew ein solides, wenn auch nicht überragendes Stück Filmkunst ab. Gerade im Bereich der Tricktechnik hätte man mehr Zeit gut brauchen können. Die Werwölfe sehen zum Beispiel aus wie überdimensionierte Fellknäule, aber wer weiß, vielleicht wird das im nächsten Teil ja anders. Bei den Darstellern gab es keine Änderungen, nur lohnende Zugänge. In diesem Film wird durch die beiden bekannteren Neuzugänge Michael Sheen (in der Rolle des Volturi-Clan-Chefs Aro) und Dakota Fanning (als begabte Vampirin Jane), die eine unglaubliche Leinwandpräsenz haben, leider deutlich, dass die Hauptdarsteller, obwohl die Ansätze vorhanden sind, noch ein ganzes Stück Weg vor sich haben. Versteht mich nicht falsch, ich bin der Meinung, dass die Darsteller perfekt besetzt sind und auch einen sehr guten Job abliefern, nur wirkt es in den einigen Szenen so, als würden sie in den Schatten gestellt von diesen beiden Ausnahmetalenten. Besonderes Augenmerk möchte ich auch noch einmal auf die Darsteller der Cullenfamilie richten. Hier hat man wirklich ein ausgezeichnetes Ensemble verpflichten können, von dem ich für meinen Teil im nächsten „Twilight“ Film, der bereits im Sommer 2010 in unsere Kinos kommen soll, unbedingt mehr sehen möchte. ´
Der Film bekommt von mir 9 von 10 Punkten
Franziska Löffelbein, 2009 All Pictures, Copyright by Concorde Film, 2009
Heute ist es endlich soweit: Das lang ersehnte Duell zwischen Johnny Depp und Christian Bale, zwei der besten Schauspieler unserer Zeit, kommt endlich in die deutschen Kinos. Doch kann der Film die Erwartungen erfüllen, die das Publikum an ihn stellt?
John Dillinger (Johnny Depp) ist einer der berühmtesten Kriminellen der amerikanischen Geschichte, doch anders als David Berkowitz oder Charles Manson, musste Dillinger hierfür keine bestialischen Morde begehen. Dillinger raubte in den 30er Jahren, mitten in einer Finanzkrise der USA, mit seiner Gang Banken aus. Genau die Banken, die den „kleinen Mann“ in die Krise getrieben haben. So kam es, das Dillinger und seine Gangvon der Bevölkerung glorifiziert wurden. Die Überfälle waren spannender als eine Vorabendserie und sollte einer aus der Gang oder Dillinger selbst gefangen genommen werden, konnten sich die Amerikaner auf einen spektakulären Ausbruch freuen. Bei sämtlichen seiner Überfälle oder Ausbrüche war Dillinger dabei für seinen Charme und sein Charisma bekannt. Er war darauf bedacht so wenig Kollateralschäden wie möglich zu verursachen. Er war kein Mörder, sondern ein Bankräuber und dies war auch in seiner Gang an der Tagesordnung. Während die Bevölkerung der USA Dillinger als Entertainmentprogramm, ja geradezu als Symbolfigur für die Flucht aus dem grauen Alltag sahen, war er einem Mann nicht nur ein Dorn im Auge, sondern bot auch die Möglichkeit, sich auf seine Kosten zu protegieren. Die Rede ist von keinem anderen als J.Edgar Hoover (Billy Crudup), damaliger Leiter des Bureau of Investigation. Der Auftrag zur Verhaftung Dillingers, ermöglichte Hoover sein Bureau zu einer Bundesbehörde befördern zu lassen, dem späteren Federal Bureau of Investigation, kurz FBI. Hoover machte Dillinger zum ersten Staatsfeind Nr. 1 der Vereinigten Staaten und schickte mit Melvin Purvis (Christian Bale), seinen besten Mann ins Feld. Purvis hatte bereits zuvor viele Verbrecher, unter anderem Pretty Boy Floyd, dingfest gemacht und war für seine kompromisslose und technisch weit fortgeschrittene Vorgehensweise bekannt. Während er sich mit seinem Team an die Fersen von Dillinger und seiner Gang heftete, traf der „Gentleman Bandit“ in Chicago auf seine große Liebe – Billie Frechette (Marion Cotillard). Eine stürmische Liebe entbrennt zwischen den beiden. Dillinger wird in Crown Point, Indiana verhaftet, Frechette zurück nach Chicago geschickt, da man ihr nichts vorwerfen konnte. Dillinger schafft auf spektakuläre Weise den Ausbruch aus dem Gefängnis in Crown Point und schließt sich wieder dem Rest seiner Gang an. Gemeinsam mit Babyface Nelson (einen durchgeknallten Psychopathen) überfallen sie erneut eine Bank. Nach dem gelungen Coup, bei dem sie allerdings feststellen müssen, dass ihnen die Gesetzeshüter dichter auf den Spuren sind, als ihnen lieb ist, flüchten sie in die „Little Bohemia Lodge“ nach Wisconsin, wo das Purvis und sein Team das Gebäude umzingeln und es zu einer unglaublichen Schießerei kommt. Nach dieser Nacht kehrt Dillinger zurück zu seiner großen Liebe. Getrennt von allen anderen, wollen sie sich ein neues Leben aufbauen, doch Frechette wird verhaftet und Dillinger muss erneut fliehen. Er schafft es, sich bei Anna Sage (Branka Katic), einer Bordellbesitzerin aus Osteuropa, zu verstecken und beginnt eine Beziehung mit einer Prostituierten aus ihrem Bordelle – Polly Hamilton (Leelee Sobieski). Doch Anna Sage spielt ein falsches Spiel mit ihm und verrät Dillinger an Melvin Purvis. Kann er sich noch einmal aus der Affäre ziehen... Michael Mann’s Film „Public Enemies“ ist ein netter Zeitvertreib. Der Film ist sehr detailverliebt und bietet dem Zuschauer so die Illusion, ins Amerika der 30er Jahre einzutauchen. Vielleicht ist es aber genau diese Detailverliebtheit, die dem Film das Genick bricht. Mann ist sehr darauf bedacht die Geschichte Dillingers zu erzählen. Dabei kann er sich aber nicht entscheiden, ob er dies anhand von psychologischen Profilen von Dillinger und Purvis machen soll oder als Gangsterstory verarbeiten sollte. So springen wir zwischen Krimi und psychologischem Drama hin und her. Nun könnte man sagen: „Das ist eben das Leben“, aber leider ist keiner der beiden Aspekte bis zum Schluss ausgereift, was ein wenig verwirrt.
Spannend ist der Film trotzdem! Die Erzählweise verwirrt, wie oben beschrieben, dennoch macht es Spaß, Johnny Depp und Christian Bale zuzusehen. Leider haben die beiden nicht viele Szenen miteinander, wo die Brillianz der beiden Ausnahmedarsteller zum Vorschein treten kann. Trotzdem sieht man, dass die beiden in Ihren Rollen aufgehen. Was soll man über zwei Darsteller, die bis an ihre Grenzen gehen, um Charaktere auszuloten auch sonst sagen. Es ist Depp und Bale auch in diesem Film gelungen, mit Ihren Charakteren zu verschmelzen und das macht den Film trotz der Schwächen im Drehbuch zu einem Erlebnis. Marion Cotillard ist in diesem Film nicht halb so gut wie in „La vie en rose“, jedoch ist dies bei ihrer Rolle auch nicht zwingend notwendig, da Billie Frechette vor allem als schmückendes Beiwerk dient und die Geschichte nicht weiter voran treibt. Lediglich in der Szene ihrer Vernehmung dringt etwas vom Können der Darstellerin ans Tageslicht. Neben Johnny Depp, Christian Bale und Marion Cotillard, hat Michael Mann viele sehr gute Darsteller für Nebenrollen verpflichtet. Man sollte öfter mal auf Stephen Dorff als Homer van Meter, Jason Clarke als John „Red“ Hamilton und David Wenham als Harry „Pete“ Pierpont achten, denn deren Spiel wird oft durch die Action um sie herum übersehen. Es ist aber beachtenswert, mit wieviel Witz und Tiefe sie den dargestellten Gangstern Leben einhauchen.
Alles in allem ist „Public Enemies“ kein Meisterwerk wie „Heat“, aber solides Gangsterkino mit tollen Schauspielern und fantastischer Musik. Geht rein und verschwindet für ein paar Stunden in den 30er Jahren.
Am 15.07.2009 ist es soweit, der sechste Teil der Filmreihe um den Zauberlehrling Harry Potter kommt in die deutschen Kinos. Seit sechs Jahren begleiten wir den Waisen Harry und seine Freunde, allen voran Hermine und Ron, nun schon auf ihrem Weg in Hogwarts... Voldemort ist zurück. Dies ist eine unumstößliche Tatsache und er wütet nicht nur in der Zauber- sondern auch in der Muggelwelt. Harry, der nach der Prophezeihung der Einzige ist, der Voldemort aufhalten kann, wird von Professor Dumbledore in seine Suche nach einem Weg, Voldemort zu Fall zu bringen, einbezogen und erfährt einige Dinge aus der Vergangenheit von Tom Riddle, die auch ein neues Licht auf Professor Horace Slughorn werfen und es notwendig machen, es sich mit dem ehemaligen Slytherin-Schüler eingehender zu beschäftigen. Allein schon durch seine Bekanntheit wird Harry also Mitglied im „Slug-Club“ und Dank eines alten Lehrbuchs für Zaubertränke, das früher einmal im Besitz des ominösen Halbblutprinzen war, zum besten Schüler im Fach Zaubertränke. Doch als wäre dies nicht genug für ein Schuljahr, muss sich Harry auch noch um seinen alten Widersacher Draco Malfoy kümmern, der seit Schulbeginn auf seltsame Weise verändert ist. Und ist es normal, das Professor Snape ihm immer zur Seite steht? Außerdem plagen sich die Schüler in Hogwarts mit den Auswirkungen der Pubertät rum. Warum verhält sich Hermine auf einmal so komisch, wenn sie Ron mit seiner neuen Freundin Lavender Brown sieht? Und was für Gefühle entwickelt Harry für Rons Schwester Ginny? Und was hat das alles mit einem ominösen Liebeszauber zu tun... Der Film startet mit einer fulminanten Szene in der Muggelwelt, der Zerstörung der Millenium-Bridge in London. Diese Szene kommt im Buch nur am Rande vor, aber den Zuschauern wird es an dieser Stelle lieb sein, dass Regisseur David Yates und Drehbuchautor Steve Kloves eine so freie Interpretation der Romanvorlage gewählt haben. Leider bleibt es nicht so gut. Yates und Kloves bringen zwar viele actiongeladene Elemente aus dem Buch auf die Leinwand, aber einige, für mich wichtige oder zumindest witzige Momente, fallen dem Zeitfaktor zum Opfer. So fehlen für mich die Hochzeitsvorbereitungen von Rons Bruder William (Bill) mit Fleur Delacour, der ehemaligen Kämpferin des trimagischen Turniers, die mit ihrer ätherischen Schönheit bereits in Band 4 tausende Herzen in Hogwarts zum Schmelzen gebracht hat. Der schwarze Humor mit der Familie Weasley Fleur begegnet fehlt ebenso wie die Verletzung von Bill,durch Fenrir Greyback, der bereits Remus Lupin zum Werwolf gemacht hat. Die Szene des Überfalls auf den Fuchsbau (The Burrow) ist im Film durchaus enthalten und mit ein paar Minuten mehr, hätte man hier viel tun können. Ein Problem des Films ist leider auch Darsteller Daniel Radcliffe. Im Theaterstück Equus zeigte er großes schauspielerisches Können, ob er dieses beim Drehen des Films in der Garderobe lassen musste, muss noch geklärt werden. Klar ist nur eines, er spielt den Harry Potter gut, aber dennoch enttäuschend, wenn man das Potential des Jungschauspielers betrachtet. Emma Watson und Rupert Grint scheinen sich auch kaum weiterentwickelt zu haben. Eine herausragende Leistung liefert. Beachtlich ist, wie bei jedem Potter-Film, die Darstellung der älteren Schauspieler. Vor allem Alan Rickman und Michael Gambon schaffen es immer wieder, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Auch für die anderen Rollen haben die Filmemachher die Creme de la Creme der britischen Schauspielszene gewinnen können. Doch alles tröstet leider nicht darüber hinweg, dass der Film trotzdem nur mittelmäßig inszeniert ist. Es ist natürlich klar, dass der Film trotzdem, wie jeder Potter-Film bisher, ein großer Erfolg wird. Und für mich persönlich gibt es auch nur wenige Filme, die so ein „Nach-Hause-Kommen“-Potential haben, weil einem die Charaktere alle so vertraut sind.
Trotzdem gebe ich dem Film nur 6 von 10 zauberhaften Punkten.
Nach dem Erfolg der “X-Men”-Reihe legt 20th Century Fox nun nach und schickt mit “X-Men Origins: Wolverine“ ihren publikumsstärksten Mutanten ins Rennen. Den Mann mit dem unzerstörbaren Metallskelett inkl. Krallen und Gedächtnisverlust. Doch wie kam es dazu? Auf diese Frage geht „X-Men Origins: Wolverine“ nun näher ein. Ende des 19ten Jahrhunderts kommt es auf einem Landgut zu einem schrecklichen Vorfall, bei dem der junge James erkennen muss, dass er anders ist als die Menschen um ihn herum. Anders als alle Menschen außer seinem Halbbruder Victor. Die beiden Jungen fliehen in dieser Nacht. Die Brüder stellen fest, dass sie nicht mehr altern und sich nach Verletzungen schnell wieder regenerieren. So gewappnet ziehen sie vom ersten in den zweiten Weltkrieg und später in den Vietnamkrieg, dort werden sie durch das immer brutaler werdende fast animalische Vorgehen von Victor festgenommen. Nach etlichen Tagen im Loch, werden Sie von einem Colonel und seinem Bodyguard aufgesucht-William Stryker bietet Logan, wie sich James nun nennt und Victor einen Posten in einer Spezialeinheit an. Wer im zweiten „X-Men“ –Film aufgepasst hat, weiß schon, worauf das hinaus läuft, aber erst in diesem Film findet der Zuschauer raus, wie weit die Versuche wirklich gehen. Logan, kriegt anfangs nur Einblick in einen kleinen Teil der Organisation – den brutalen, menschenverachtenden Teil. Er verschwindet und baut sich ein neues Leben auf, doch sein Bruder ist ihm bereits auf den Fersen und schreckt auch nicht davor zurück, ihm die Dinge zu nehmen, die ihn an sein neues Leben binden. Logan erkennt dies zu spät, seine Freundin Kayla kann er nicht mehr retten. Blind vor Wut und durstig nach Rache geht er einen Pakt mit Stryker ein, nur um zu erkennen, dass dieser ihm die ganze Zeit etwas vorgemacht hat, doch bleibt ihm noch genügend Zeit, seine Fehler wieder gut zu machen? Mit „X-Men Origins: Wolverine“ hat Regisseur Gavin Hood ein Actionspektakel geschaffen, dass den Vorgängern der „X-Men“-Reihe in nichts nachsteht. Von der ersten Minute an, wird der Zuschauer von einer Actionszene in die nächste geschleudert. Hugh Jackman spielt den Wolverine souverän wie immer. Ihm zur Seite gestellt wurde das Ausnahmetalent Liev Schreiber in der Rolle des Victor Creed / Sabertooth. Die Chemie zwischen den Beiden ist unglaublich brilliant. Sie spielen sich von einer Höhe in die nächste und zum Schluss ist man sich nicht mehr sicher, ob die Beiden nicht nur zwei Seiten einer Medaille sind. So brilliant diese beiden Darsteller auch spielen so dramatisch ist, dass die anderen Darsteller, wie zum Beispiel Dominic Monaghan (Bolt) und Ryan Reynolds (Deadpool) schauspielerisch nur wenig zum Zug kommen. Einzig Taylor Kitsch kann in der Rolle des Gambit ein wenig gegen die beiden Hauptdarsteller glänzen. Es wäre schön gewesen, wenn man die Darsteller nicht so verheizt hätte, sondern auch ein wenig auf deren Hintergrund (und sei es auch nur ein wenig) eingegangen wäre. So bleibt bei dem Film ein etwas bitterer Nachgeschmack.
Von mir gibt es hierfür 8 von 10 Punkten. Und hier noch ein kleiner Hinweis: Bleibt im Kino sitzen, es lohnt sich – denn ihr bekommt einen Ausblick auf eine vielleicht geplante Fortsetzung.
Wie lange hat man warten müssen, bis mit Anne Hathaway und Kate Hudson die neuen Queens der Romantic Comedy endlich in einem Film auftreten? In diesem Winter ist es nun soweit. Anne und Kate schlüpfen in die Rollen von Emma und Liv....
Emma (Anne Hathaway) und Liv (Kate Hudson) sind seit frühester Kindheit die besten Freundinnen. Als Ihre Mütter sie eines Tages mit zum Tee ins berühmte Plaza Hotel nehmen und sie Zeugen einer Hochzeitsfeier werden ist für die beiden kleinen Mädchen klar: Hier – und nur hier – will ich heiraten. Eisern arbeiten Sie auf diesen Traum hin. 20 Jahre später ist Emma Lehrerin und Liv toughe Anwältin in einer angesehen Kanzlei und beide sind (endlich) verlobt. Für beide ist klar, ihre Hochzeiten müssen perfekt werden – das schließt natürlich die gefragte Location – Plaza Hotel New York – ebenso ein, wie die beste Hochzeitsplanerin auf dem Markt. Tatsächlich hat Marion St. Claire (Candice Bergen) auch noch zwei Termine frei. Doch Amor meint es nicht gut mit den beiden Freundinnen, denn ein Fehler in der Agentur legt die Hochzeitstermine der beiden auf einen Termin. Den nächsten freien Termin gibt es erst ein Jahr später und da die Freundinnen keine Doppelhochzeit möchten, steht fest, dass eine von beiden auf ihre Traumhochzeit verzichten muss. Für die erfolgsverwöhnte toughe Liv ist klar, dass die nachgiebige Emma dieses Opfer bringen wird, aber da hat sie die Rechnung ohne ihre beste Freundin gemacht, die entdeckt in sich nämlich den Kampfgeist. Ein böser und dreckiger Krieg droht die Freundschaft der beiden endgültig zu zerstören...
Ja, ich will – Euch mitteilen, dass man (oder hier eher Frau) diesen Film sehen sollte. Den Kampf zwischen zwei aufgestachelten Bridezillas sollte sich keine Frau entgehen lassen, denn ehrlich Mädels: „Würden wir wirklich anders reagieren?“ Die Dialoge sind witzig und die Mädels schrecken weder vor blauer Haartönung, noch vor roter Tanninglotion zurück. Ein bissiger Film, der durch die Hochzeitsvorbereitungen eine gehörige Portion Romantik beigemischt bekommt. Nun könnte man vermuten, dass dabei jeder tiefere Sinn verloren geht. Doch mitnichten, wir beobachten Emma bei der Entwicklung vom verschüchterten, nachgiebigen Mädchen zu einer selbstbewußt für sich und ihre Ziele und Wünsche eintretenden Frau, auch wenn sie dabei Menschen verletzen muss. Und wir beobachten Liv, die in ihrem Leben durch Druck, Zwang und Manipulation alles erreicht hat, immer auf dem Weg, ihr Bild von einer starken und fehlerfreien Frau zu erreichen, dabei jedoch ihre Schwächen und Probleme unterdrückt. Der Kampf zwischen den Freundinnen ist dann quasi eine Befreiungsaktion für beide und soviel sei verraten mit positivem Ausgang.
Selbstverständlich ist der Film seicht gehalten und die männlichen Charaktere bleiben blass und eindimensional, auch die sonst so hervorrafgenden Darstellerinnen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Das alles tut dem Popcornkino-Filmvergnügen jedoch keinen Abbruch.
Der Film ist ein bildgewordener Mädchentraum und für mich 7 von 10 Punkten wert.
Für Euch ist der Film sogar noch mehr wert, denn auf der Hauptseite habt Ihr die Chance tolle Preise zum Film zu gewinnen. Also, nichts wie los!
Der vierte Teil des Buches ist, wenigstens in der englischen Ausgabe, gerade erschienen und schon beschert uns Concorde die Verfilmung des ersten Teil von Stephenie Meyers Erfolgsromanreihe von Bella und Edward. Und in Deutschland brach schon vor Erscheinen des Filmes eine wahre Euphorie aus, die sonst nur mit dem Erscheinen von „Der Herr der Ringe“, „Harry Potter“ oder „Star Wars“ zu vergleichen ist. „Twilight“ hält sich dicht an die Romanvorlage „Biss zum Morgengrauen“ und erzählt die Geschichte von Bella Swan, einem Scheidungskind, dass durch den reiseintensiven Job ihres Stiefvaters gezwungen ist, vom sonnigen Phoenix ins verregnete, düstere Forks zu ihrem Vater zu ziehen. Als Teenager ist es natürlich nicht leicht und im kleinen Städchen und der Highschool ist sie die Attraktion. Das Eingewöhnen fällt ihr schwer, auch wenn, mit Ausnahme ihres Laborpartner Edward Cullen und seiner Familie, Bella überall mit offenen Armen aufgenommen wird. Edwards Ablehnung ihr gegenüber ist jedoch schon fast schmerzhaft. Eines Tages bleibt er der Schule ganz fern. Nach ein paar Tagen ist er wieder da und tut so als wäre nichts gewesen, nein, er ist sogar ausnehmend freundlich. Sie erkennt in ihm einen intelligenten, nachdenklichen und einfühlsamen jungen Mann, der bis in ihre tiefste Seele blicken kann und dass er nebenbei auch noch unverschämt gut aussieht tut das Übrige und schnell ist Bella bis über beide Ohren verliebt. In Gedanken überquert sie eines Tages den Parkplatz und wäre um ein Haar vom Wagen eines Mitschülers erfasst worden, wäre nicht Edward wie der Blitz zu ihr geeilt und hätte den Wagen mit der bloßen Kraft seines Arms gestoppt. So schnell er neben ihr aufgetaucht war, so schnell war er auch wieder verschwunden und der wache Geist von Bella sah sich einer neuen Aufgabe gegenüber. Das Geheimnis des mysteriösen Mitschülers zu klären, in den sie bis über beide Ohren verliebt war stellt einen Tanz auf Messers Schneide dar. Als Bella Edward zu einem Treffen mit Freunden am Strand überreden will, lehnt dieser etwas schroff ab. Am Strand trifft Bella ihren alten Jugendfreund Jacob, einen Indianer, wieder, der ihr erzählt sie möge sich von den Cullens fernhalten. Sie seien „Kalte Geschöpfe“, sie solle sich selbst einen Reim darauf machen, was das bedeutet. Bei einem Ausflug in die nächst größere Stadt, geht Bella ihren Nachforschungen nach und gerät in große Gefahr, als sich ihr eine Gruppe von angetrunkenen Männern nähert, die nur auf das Eine aus sind. Wie aus dem Nichts taucht erneut Edward, dieses Mal in seinem Wagen, auf und rettet Bella das Leben. Bella und Edward stellen an diesem Abend fest, dass sie ineinander verliebt, ja geradezu magisch miteinander verbunden sind. Doch Bella forscht weiter und erkennt was Edward ist. Am nächsten Tag spricht sie ihn darauf an, sobald sie allein sind, und erbestätigt ihren Verdacht: Er und seine Familie sind Vampire. Sie leben seit vielen Jahren unter den Menschen als ihresgleichen und ernähren sich von Tierblut. Sie würden nie einem Menschen etwas antun, schon gar nicht Bella, in die sich Edward aufrichtig verliebt hat. Auch Bella kann sich trotz dieser Eröffnung nicht von ihm trennen und so lernt sie, was passiert, wenn man die sterbliche Freundin eines Vampirs ist. Alles ist wunderbar, bis Laurent, Victoria und James, Vampire deren Ernähren nur minimal aus Tierblut besteht, in die Stadt kommen und Bella in Begleitung von anderen Vampiren antreffen. Sie wollen ihr Blut, allen voran James, der ein hervorragender Jäger ist. Bella befindet sich in ernster Gefahr und muss sofort aus der Stadt, doch wie weit kann sie fliehen, bevor James sie erwischt oder wird Edward James finden, bevor das passiert? Mit Twilight ist der Regisseurin Catherine Hardwicke ein toller Popcorn Blockbuster gelungen, der Jung und Alt, Leser und Nichtleser der Vorlage begeistern wird. Mit Kristen Stewart hat man zwar eine erfahrene Schauspielerin für den Part der Bella verpflichtet, ihr Gesicht wird den meisten Zuschauern jedoch nicht bekannt sein, da sie in den meisten Rollen, so zum Beispiel in der Rolle als Jodie Foster’s Filmtocher in „Panic Room“, noch sehr jung war. Das bringt den Film dem Zuschauer näher, weil es einen leichter vergessen läßt, dass auf der Leinwand eine fiktive Handlung wiedergegeben wird. Mit Robert Pattinson in der Rolle des Edward machte man es genau umgekehrt. Pattinson’s Gesicht ist der Zielgruppe von „Twilight“ durchseine Darstellung des Cedric Diggory in der „Harry Potter“-Reihe in Gedächtnis gemeißelt. Doch auch Pattinson ist ein erfahrener Mime. Er sammelte seine Erfahrung jedoch auf unzähligen Theaterbühnen. Wer jetzt jedoch meinen sollte, der Edward-Darsteller würde ewig auf seinen „Harry Potter“-Charakter gemünzt bleiben, dem sei hier ausdrücklich gesagt, dass die Erinnerung an Cedric Diggory schon nach zwei Filmminuten verschwindet. Zu gut wurden die Schauspieler zu den Rollen ausgesucht. Die Darsteller, auch im restlichen Cast, verschmelzen mit ihren Rollen und auch wenn ich mir die Vampire ein bisschen anders vorgestellt habe, so treffen sie auf eine faszinierende Weise durch ihr Zusammenspiel dann doch wieder genau meine Vorstellung. An dieser Stelle sei auch der Darsteller des James – Cam Gigandet erwähnt, der überzeugend wie immer spielt. Eindringlich, böse, verschlagen und doch mit einer unerträglichen Sehnsucht nach der Jagd und Bellas Blut spielt er seinen Charakter als schönen Gegenpart zu Edward, der sich ebenfalls von unsäglicher Sehnsucht gequält fühlt, der Sehnsucht nach Bella und Bellas Blut. Die Bilder sind großartig. Schnelle, harte Schnitte in actiongeladenen Szenen, sanfte, blasszarte Übergänge in den Romantikszenen. Die Bilder wurden noch dazu mit herrlicher Musik von Muse über Paramore bis hin zu Linkin Park ist alles vertreten und als kleines Schmankerl oben drauf gibt es noch einen Song von Edward-Darsteller Robert Pattinson.
Lasst Euch also verzaubern und entführen in eine Welt voller Romantik, Gefahr und düsterer Atmosphäre. Der Film ist sehr zu empfehlen und erhält daher 9 von 10 Sternen.
P.S. Da wir auch vom „Twilight“-Fieber gepackt sind, werden wir Euch in den nächsten Wochen die Darsteller des Films ein bisschen näher bringen. (Um die Wartezeit auf den neuen Film zu verkürzen.)
Der dänische Regisseur Lars von Trier war bislang vor allem für „schweren“ Stoff wie „Dogville“ oder „Dancer in the Dark“ bekannt. Gleich zu Beginn des Jahres wagt sich von Trier an ein neues Genre – die Komödie. Aber auch bei „The Boss of it all“ hält er sich an das von ihm mitbegründete Dogma95 Manifest, in dem ein neuer Realismus für die Filmwelt gepredigt wird: „Zurück zur Geschichte und weg von technischen Special Effects.“
Der Regisseur erzählt die Geschichte des vom Dänen Ravn, seiner IT-Firma und seinen Angestellten. Ravn hat durch das Geld und die Unterstützung seiner Mitarbeiter ein Produkt entwickeln können, das der Firma viel Umsatz gebracht hat. Leider ist Ravn aber nicht nur ein glückloser Spielsüchtiger, nein, er ist auch ein Weichling, der seine Fehler anderen gegenüber nicht eingestehen kann. So versucht er, durch unpopuläre Entscheidungen wieder Geld in das marode Unternehmen fließen zu lassen. Da er diese unpopulären Entscheidungen jedoch nicht vertreten will, erfindet er einen „Boss of it all“, der in Amerika lebt und alles von dort per Mail kommuniziert. Doch es wird nicht besser und Ravn entschließt sich zu verkaufen. Nun will der isländische Käufer Finnur jedoch ausschließlich mit dem Chef verhandeln und bringt Ravn so in Bedrängnis. Er beauftragt schließlich den Schauspieler Kristoffer damit. Doch leider begegnet dieser seinen „Mitarbeitern“ und die haben dann noch so einige Punkte, die sie mit dem Chef klären wollen. Kristoffer findet sich immer mehr in die Rolle des Chefs und ihm wachsen die Mitarbeiter immer mehr ans Herz und er versucht das Unternehmen vor dem Verkauf zu bewahren. Der Plot verdichtet sich immer mehr und auf jeden Mitarbeiter und seine Probleme wird eingegangen. Wie wird sich Kristoffer entscheiden und was wird Ravn tun?
Die Geschichte wird von von Trier mit viel Liebe geschildert und jeder noch so absurde Charakter wächst einem ans Herz. Authentisch wirkt dieser Film, da er fast ausschließlich in einem Bürogebäude spielt und mit in Deutschland fast unbekannten meist dänischen Schauspielern gedreht wurde. Die Situationen können, wenn auch in weniger überzeichneter Art, an jedem Arbeitsplatz auftreten. Kollegen, die in Meetings zusammenbrechen, schüchterne Assistentinnen, Mitarbeiter, die nur von ihrer Lust getrieben werden – nun ja, wer kennt das nicht. Von Trier schafft es, die Geschichte überzeichnet und absurd komisch darzustellen, dem Thema jedoch nichts von seiner moralischen Ernsthaftigkeit zu nehmen. Ein Meisterwerk par excellence und absolut sehenswert.
Von mir gibt es 7 von 10 Punkten. Franziska Löffelbein, 2009 Alle Bilder unterliegen dem Copyright von Alpha-Media Film, 2009
Eine Geschichte so alt wie das Meer selbst – das ist die Geschichte der kleinen Meerjungfrau, die auszog das Leben an Land zu erkunden und die große Liebe zu finden. Auf dem gleichen Prinzip basiert Aquamarin und doch ist es, auch wenn die Hauptzielgruppe Kinder und Teenager sind, kein reiner Jugendfilm. Auch Erwachsene haben viel Spaß an dieser Produktion, denn sie ist frisch, sonnig und unglaublich lustig. Die beiden besten Freundinnen Hailey ( JoJo Levesque)und Claire (Emma Roberts) sollen nach diesem Sommer getrennt werden, weil Haileys Mum einen tollen Posten als Meeresbiologin in Australien bekommen hat. Für Claire und Hailey eine Katastrophe, ist doch der Beach Club von Claires Großeltern, mit denen sie seit dem Tod ihrer Eltern zusammenlebt, in Florida und das ist für die Mädchen eine unvorstellbar große Entfernung zu Australien. Sie wollen nicht so schnell aufgeben und nachdem alle Überredungsversuche und Trotzaktionen nicht geholfen haben, beschwören sie sich eine Lösung herbei.
Es ist eine dieser magischen Beschwörungen, an die man nicht mehr denkt, bis das Ergebnis sprichwörtlich vor der Tür steht, bzw. ihre Runden im Pool der Großeltern dreht, denn als Hailey und Claire nach einem nächtlichen Sturm nach dem Rechten im Beach Club sehen, finden sie im Pool nicht nur Algen, sondern auch Aquamarin ( Sara Paxton), eine wunderschöne junge Meerjungfrau. Die beiden wollen ihren Augen gar nicht trauen und auch Aquamarin ist von den beiden Wesen mit Beinen sehr fasziniert. Wenn man Meerjungfrauen hilft, hat man einen Wunsch frei. Der Ausweg für die Mädchen. Aquamarin möchte innerhalb von ein paar Tagen die wahre Liebe erfahren, um ihrem Vater – dem Meereskönig – zu beweisen, dass es diese Liebe wirklich gibt. Zu blöd nur, dass sie sich als Objekt der Begierde ausgerechnet den Rettungsschwimmer Raymond (Jake McDorman) ausgesucht hat, auf den Hailey und Claire schon den ganzen Sommer über ein Auge geworfen haben. Jedoch lässt die beiden Mädchen die Aussicht auf den Wunsch, den sie natürlich dafür einsetzen werden, beieinander zu bleiben, ihre eigene Bewunderung für Ray hintanstellen. Im Laufe des Films wird jedes Klischee, dass es über Mädchen und Jungs je in einer Zeitschrift gab, bedient – allerdings ist das in keinster Weise als negativ zu werten, im Gegenteil es macht viel von dem jugendlichen Charme des Films aus. Mädchen erkennen sich wieder, Frauen fühlen sich an die eigene Jugend erinnert und Männer und Jungs erfahren einmal mehr, wie es in den Köpfen der weiblichen Bevölkerung hin und wieder aussieht. Die schauspielerischen Leistungen überzeugen insofern, als dass man die kleinen Ausrutscher, die es immer mal wieder im Spiel gibt auf die Jugend und Unverbrauchtheit der jungen Schauspieler schiebt und sie einfach als Teenager annimmt, die eben auch einmal Fehler machen.
Alles in Allem hat mich dieser Film sehr überzeugt, weil es endlich mal wieder ein Film ist, in dem wahre Werte an die Jugend weitergegeben werden. Man zeigt den Teenagern, wie sie sich gegen Widersacher mit Worten zur Wehr setzten und gibt ihnen viele Lebensweisheiten mit auf den Weg, von denen sich manch Erwachsener die ein oder andere merken sollte. Meine Lieblingsbotschaft aus diesem Film lautet: Wenn du einzigartig bist, dann solltest du es nicht nötig haben, unbemerkt durchs Leben zu gehen.
Ein eindeutiger Sommerhit mit 7 von 10 Seesternen.
Der Episodenfilm Alle Kinder dieser Welt, dessen Einspielerergebnis zum Teil einem Kinderhilfeprojekt in Afrika zugute kommt, erzählt in sieben Kurzfilmen die Schicksale von Kindern verschiedener Kulturkreise. Jede Episode wurde von einem namhaften Regisseur inszeniert; unter anderem gaben sich dabei solche Größen wie Spike Lee (Inside Man), John Woo (Face/Off – Im Körper des Feindes) oder Ridley Scott (Gladiator), welcher seinen Teil gemeinsam mit seiner Tochter Jordan beisteuerte, die Ehre.
Die Filme führen den Zuschauer unter anderem nach São Paolo, wo ein Junge und ein Mädchen (Bilu und João in der gleichnamigen Episode) auf der Straße Blechdosen, Pappkartons und allerlei anderen Schrott auf ihren Karren laden, um ihn später zu verkaufen und sich so nicht nur ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern sich auch Hoffnungen machen, eines Tages genug Geld für ein Paar neue Turnschuhe beisammen zu haben.
Blue Gypsy wiederum erzählt die Geschichte von Uroš, der aus dem Jugendgefängnis entlassen wird, nur um unmittelbar danach wieder in die Hände seines trinkenden, gewalttätigen Vaters zu kommen, der den Jungen zum Stehlen zwingt. Die Episode beginnt für Uroš dort, wo sie angefangen hat – im Gefängnis. Dort wird man wenigstens von den Wächtern beschützt, wenn man etwas anstellt, sagt einer seiner Mithäftlinge. Draußen dagegen muss man sich selbst zur Wehr setzen, wenn man in Schwierigkeiten gerät.
Die Kurzfilme zeigen ausnahmslos das Leben von Kindern, die es nicht leicht haben und ein hartes Leben führen. Jedoch steht am Ende oft zumindest ein Funke von Hoffnung auf ein besseres Leben. Unter anderem in den Episoden von Spike Lee und John Woo, die aus den sieben Episoden besonders herausragen, wird dies deutlich.
Lees Beitrag Jesus Children of America handelt von der etwa dreizehnjährigen Blanca, die in einer kleinen Wohnung in New York zusammen mit ihren Eltern lebt. Diese sind nicht nur drogenabhängig, sondern beide auch HIV-positiv. Dass Blanca selbst den Virus ebenfalls in sich trägt und all die Dinge, die die anderen Kinder, von denen sie in der Schule gehänselt wird, über ihre Eltern erzählen, wahr sind, erfährt sie im Lauf der Geschichte. Eine niederschmetternde Nachricht – „Ich werde sterben, oder?”, fragt Blanca ihre Eltern. Zudem muss sie mit den sozialen Folgen der Krankheit fertig werden, etwa wenn die Mutter einer ihrer Schulkameradinnen sie vor der Schuldirektorin mit der Tatsache ihrer HIV-Infektion konfrontiert.
Doch schließlich trifft das Mädchen – mit der Unterstützung ihrer Eltern – die Entscheidung, ihre Krankheit nicht zum Anlass zu nehmen, sich selbst aufzugeben. Jesus Children of America endet mit einem Neubeginn für seine Hauptfigur und zeigt, dass man in jeder noch so ausweglos erscheinenden Situation immer noch Hoffnung haben muss. Hoffnung ist auch ein zentrales Thema in John Woos Song Song and Little Cat, in dem die Schicksale zweier chinesischer Mädchen auf wundervolle Weise miteinander verknüpft werden. Eines von ihnen, Song Song, wächst wohl behütet in einem reichen Elternhaus auf, wo es ihr zumindest in materieller Hinsicht an nichts fehlt. Ihre Eltern jedoch haben sich aufgrund der ständigen Streitereien untereinander längst von ihrer Tochter entfremdet.
Das andere Mädchen, Little Cat, lebt in ärmlichen Verhältnissen bei einem alten Mann, den sie Opa nennt und der sie über alles liebt, aber das Geld, das ihr den Schulbesuch ermöglichen soll, durch harte Arbeit und striktes Sparen verdienen muss. Nach seinem plötzlichen Tod ist das Mädchen gezwungen auf der Straße Blumen zu verkaufen, um sich ihr Essen zu verdienen. Eine von Song Song aus dem Auto geworfene Puppe, die schließlich zum ganzen Stolz von Little Cat wird, stellt die Verbindung zwischen den beiden Mädchen her.
John Woo fängt diese Geschichte in wunderschön komponierten Bildern und fließenden Kamerabewegungen ein; auch die ein oder andere für ihn so typische Zeitlupensequenz findet sich in dem Werk wieder. Die spiegelbildlich einander gegenüberstehenden Schicksale der zwei Mädchen gelangen am Ende des Films beide an denselben Punkt: die Hoffnung auf ein besseres Leben.
Diese Hoffnung ist den meisten Charakteren der sieben Kurzfilme gemeinsam. Sie wollen den Dämonen ihrer Vergangenheit entfliehen, hoffen auf ein Ende ihrer täglichen Schindereien oder darauf, die Beziehung zu den von ihnen geliebten Personen wieder ins Lot zu bringen. Dabei ist jeder Neuanfang gleichzeitig auch der Abschluss einer bisherigen Lebensphase.
Alle Kinder dieser Welt macht den Zuschauer aufmerksam auf die Bedürfnisse, Sorgen, Ängste und Probleme von Kindern. Nicht nur auf die der Kinder in Brasilien, Afrika oder China und auch nicht nur auf die derjenigen, die in Kriegsgebieten zur Waffe greifen müssen oder die stehlen müssen, um zu überleben. Darin, was sie brauchen und was sie sich wünschen unterscheiden sich die Kinder dieser Welt nämlich nicht. Und so öffnet einem der Film die Augen dafür, dass wir auch hierzulande nicht aufhören dürfen, für das Wohlbefinden unserer Kinder zu sorgen und außerdem alles in unserer Macht stehende tun müssen, um ihnen immer neue Möglichkeiten zu geben, die Welt um sich herum zu entdecken und sich in ihr zu verwirklichen.
Rae (Christina Ricci) ist Anfang Zwanzig, ist an Keuchhusten erkrankt und hat in ihrem Leben noch nicht viel Gutes erlebt. Als junges Mädchen von ihrem Stiefvater misshandelt, flüchtet sie sich in eine Welt aus Drogen, Demütigung, Sex und Gewalt. Ihr eigenes Leben ist ihr nichts wert, bis sie Ronnie (Justin Timberlake) kennenlernt. Er gibt ihr Ruhe und Frieden. So lange er in ihrer Nähe ist geht es ihr gut. Ihre selbstzerstörerische Sucht nach Sex ist nicht vorhanden, wenn Ronnie nur bei ihr ist. Und Ronnie will sich mit Rae eine gemeinsame Zukunft aufbauen, allerdings heißt das, dass er sie für einen längeren Zeitraum verlassen muss, weil er zur Armee geht. Kaum ist er in den Bus gestiegen, der ihn zum Stützpunkt bringen soll, bricht Raes Nymphomanie wieder durch. Nach einer Party gepaart mit zuviel Alkohol und unter dem Einfluss von noch anderen Drogen wird Rae vergewaltigt, fast zu Tode geprügelt und auf einem Feldweg in der Einöde abgeworfen...
Der gottesfürchtige Bluesmusiker Lazarus (Samuel L. Jackson) versteht die Welt nicht mehr. Nach vielen Jahren glücklicher Ehe, reicht seine Frau Angela die Scheidung ein, weil sie eine Affäre mit seinem besten Freund hat. Laz zieht sich von der Außenwelt zurück und betrinkt sich eines Abends hemmungslos... Am nächsten Morgen, als er noch leicht verkatert seine Post holen geht, entdeckt er auf dem Feldweg vor seiner Auffahrt ein junges blondes Mädchen halbtot und ohnmächtig auf dem Boden liegend. Ein guter Christ wie Lazarus will ihr im Sinne der christlichen Nächstenliebe helfen und pflegt sie bei sich daheim. Sie in seinem Leben zu haben, sich um Rae zu kümmern gibt seinem Leben wieder einen Sinn. Noch im Fieberwahn bricht Raes Nymphomanie wieder durch und sie stürzt sich in ihrer Lust auf den nichtsahnenden Lazarus, wird von ihm jedoch abgewehrt und fällt wieder in Fieberschlaf.
Lazarus ist die Sache nicht geheuer und er will die junge Frau von ihren Dämonen und Krankheiten heilen. Mit einer schweren Eisenkette fesselt er Rae an die Heizung in seinem Haus. Sie darf diese Kette für ein paar Tage nicht ablegen. Anfänglich entsetzt von dieser Behandlung lernt Rae sich in ihr Schicksal zu fügen. Sie lernt zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die ihr helfen wollen ohne dafür eine (sexuelle) Gegenleistung zu erwarten und zwischen den beiden ungleichen Menschen entwickelt sich während Raes Heilungsprozesses eine tiefe, ganz besondere Freundschaft. Rae lern nicht nur sich selbst zu akzeptieren, ihren eigenen Wert erkennen, sondern auch den Blues lieben - den Lazarus ihr stets vorspielt wenn sie eine Angstattacke hat. Bleibt nur zu hoffen, dass Ronnie, der von der Armee nach Hause kommt und Rae nicht in ihrem gemeinsamen Heim vorfindet, für diese Freundschaft genauso viel Verständnis zeigt, wie das Kinopublikum... Mit "Black Snake Moan" bereitet uns Regisseur Craig Brewer ein Kinoerlebnis der besonderen Art. Ein zartes Drama, das einem den Blues des Mississippi hautnah zu spüren gibt. Die beiden Hauptdarsteller sind brillant gecastet und interagieren auf eine Art und Weise miteinander, die einen einfach vom Hocker haut. Samuel L. Jackson war noch in keinem seiner Filme so gut wie in diesem. Er spielt den Bluesmusiker als einen Menschen, der tiefe Verletzlichkeit und unsagbare Stärke in einer Person vereint. Er ist die gute Seele, die selbstlos die eigenen Probleme vergisst um anderen zu helfen und er füllt diese Rolle perfekt aus. Und auch Christina Ricci, präsentiert sich wieder von ihrer besten Seite. Hatte sie bislang nur die Chance entweder morbide, zerbrechlich oder die Femme Fatal zu sein, hat Craig Brewer ihr hier die Möglichkeit gegeben alles in einer Rolle zu vereinen. Es ist als hätte man ihr die Rolle auf den zarten Leib geschrieben. Christina ist als Rae anmutig, zerbrechlich und grazil, gleichzeitig aber auch verwirrt, ängstlich, unglaublich zickig, dreckig und sexy verrucht. Sie liefert hier eine Leistung ab, die ihrer Darstellung der Layla in Vincent Gallos "Buffalo 66" und der Selby in Patty Jenkins' "Monster" überaus würdig ist. Lobenswert zu erwähnen sei hier auch Pop-Ikone Justin Timberlake, der sich in diesem Film schauspielerisch gesteigert hat. Natürlich reicht seine Leistung noch nicht an die beiden Hauptdarsteller heran. Die Entwicklung ist allerdings deutlich zu sehen und man kann auf einen Film mit Timberlake in der Hauptrolle sehr gespannt sein.
Nach "Hustle & Flow" liefert Craig Brewer erneut einen "Musikfilm" der Extraklasse. Waren es in "Hustle & Flow" noch der HipHop, ist es in "Black Snake Moan" der Blues, genauer gesagt der Südstaaten-Blues. Als kleines Schmankerl für Bluesbegeisterte baut Brewer Bildmaterial der 1988 verstorbenen Blues-Legende Son House ein. Filmmaterial in dem House den Blues erklärt, wie er ihn spielte und verstand. Son House ist quasi der Concierge in diesem Film der das Publikum durch seine Aussagen nicht nur durch die Geschichte des Blues, sondern auch durch den Blues des Lebens leitet. Wir dürfen auf jeden Fall schon auf den nächsten Film dieses Regisseurs gespannt sein.
I don't smell OSCAR yet, but Golden Globes, for sure! - Ein Film, den sich keiner entgehen lassen sollte - Klare 9 von 10 Punkten!
"Sie ist pervers! Sie ist brillant!" - mit diesen Worten wurde Catherine Tramell 1992 im ersten Basic Instinct-Film treffend charakterisiert. Damals sorgte die von Sharon Stone verkörperte Bestsellerautorin, mit Diplom in Literaturwissenschaft und Psychologie, unter den Polizisten von San Francisco für Verwirrung und Schweißausbrüche und lieferte sich mit dem von Michael Douglas gespielten Nick Curran einen psychosexuellen Machtkampf. Nebenbei soll sie einige Morde begangen haben; ob sie jedoch tatsächlich die Schuldige ist, lässt der Film am Ende offen.
Nun kommt also vierzehn Jahre später die Fortsetzung in die Kinos, die sich sowohl in mehrfacher Hinsicht vom erfolgreichen ersten Teil abzugrenzen versucht, als auch immer wieder auf diesen Bezug nimmt und so mit den Erwartungen der Zuschauer spielt: Wird Sharon Stone noch einmal "unten ohne" die Beine übereinander schlagen?
Die Filmemacher waren schlau genug, auf eine plumpe Wiederholung jener Szene, die einen wesentlichen Teil des Ruhmes des ersten Teils ausgemacht hat, zu verzichten. Dennoch spart natürlich auch der neue Film nicht mit erotischen Andeutungen und enthält einige eindeutige Sexszenen. Doch die bei weitem interessantere Ebene dessen, was sich zwischen den Charakteren abspielt, ist die psychologische.
Der Schauplatz von Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell ist London. Einige Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Films vergangen und Tramell wohnt inzwischen in der europäischen Metropole. Eine Amerikanerin unter Europäern, die zudem die traditionellen Geschlechterrollen durcheinander bringt, indem sie in keiner Weise dem Bild der passiven, fügsamen Frau entspricht, sondern in allen Lebenslagen den Männern als ebenbürtig entgegentritt - quasi als einer von ihnen, mit dem entscheidenden Vorteil, einen weiblichen Körper zu besitzen und so im mörderischen Spiel mit den Männern Sex als Waffe benutzen zu können. Ihren Gegenspieler findet Catherine Tramell dieses Mal in Dr. Michael Glass (David Morrissey), einem Psychologen, der beauftragt wird, ein psychologisches Gutachten Tramells anzufertigen, als diese wieder einmal unter Mordverdacht steht. Selbstverständlich kann sie sich erfolgreich allen Anschuldigungen entziehen, taucht aber ein weiteres Mal im Büro von Dr. Glass auf - um sich bei ihm in Therapie zu begeben.
Dieser Moment ist einer derjenigen Augenblicke, wie sie immer wieder in Filmen vorkommen und an denen man als Zuschauer einem der Protagonisten zurufen möchte: "Tu es nicht!" Die Vorstellung, diese männermordende Intelligenzbestie hätte tatsächlich vor, sich den Zwang, immer gefährlichere Spiele mit oftmals tödlichem Ausgang zu beginnen, wegtherapieren zu lassen, ist natürlich absurd. Leider weiß ihr Therapeut nicht, dass die Therapie selbst nur der Beginn eines weiteren risikoreichen Spiels ist und hat sich damit schon auf dieses eingelassen. Er tut es doch...
Es beginnt ein Machtkampf zwischen der Patientin und dem Psychologen, bei dem von Anfang an Tramell die Spielregeln vorgibt. Umgeben von der glatten, gläsernen Architektur des modernen Londons verfällt Dr. Glass ihr immer mehr und lässt schließlich zusammen mit seiner beruflichen Professionalität auch seine Kleidung für sie fallen. Immer weiter verstrickt er sich in dieses Spiel, immer mehr verfällt er den Reizen der Autorin, die auch ihn - wie Nick Curran im ersten Film - als Vorlage für die Hauptfigur eines Romans, an dem sie gerade arbeitet, nimmt. Es kommt zu weiteren Todesfällen, bei denen jedes Mal Catherine Tramell verdächtigt wird; doch auch Dr. Glass selbst wird schnell zum Gegenstand der Ermittlungen von Detective Roy Washburn (David Thewlis).
Letztlich weiß man als Zuschauer nicht mehr, wer lügt und wer nicht; sobald einem eine Version der Wahrheit vorgesetzt worden ist, wird sie schon durch eine neue ersetzt. Um glaubwürdig zu sein, muss man immer neue Lügengeschichten erzählen, erklärte Tramell im ersten Teil. Die Fortsetzung versucht, diese Kunst zu perfektionieren, treibt es dabei am Schluss aber etwas zu weit. Immerhin bleibt jedoch auch dieses Mal alles unklar - ob Tramells Spiele also tatsächlich tödlicher Ernst sind oder eben nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Insgesamt ist der Film ein äußert ästhetisch gefilmter Erotikthriller, in dem die Glasfassaden der Londoner Gebäude ebenso glänzen dürfen wie der Körper von Sharon Stone. Die Geschichte ist nicht übermäßig kreativ, jedoch auch keineswegs so einfallslos, wie man es bei einem Sequel erwarten könnte. Das einzige größere Manko des Films stellt sein männlicher Hauptdarsteller dar: David Morrissey schafft es leider in keiner Szene, der allmächtigen Präsenz von Sharon Stone ebenbürtig entgegenzutreten.
Ich gebe diesem Film 5 von 10 Bewertungseinheiten.