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Interview mit Charlie Huston - Dem Erfinder von Joe Pitt
20.09.2010 12:53:03

Bildrechte (Sabine Braun, Random House)
Nachdem ich so viele Bücher von Charlie Huston gelesen hatte, habe ich ihn einfach mal angeschrieben und gefragt, ob ich ein Interview mit ihm bekomme und siehe da, Charlie hat sich Zeit genommen, um mir ein paar Fragen zu beantworten.
Wie gewohnt, erst im Original und danach in der deutschen Übersetzung.

1) How did you start writing?
I've written since I was very young. I started writing professionally through several strokes of good luck, that lead to a manuscript of mine randomly falling into the hands of a literary agent. But I never really chased a writing career.
2) Where do you find the inspiration for a novel?
Almost impossible to answer. The real question is, where do I not find inspiration for a novel. Everything is material.
3) Could you please describe your process of writing a novel?
Work, at least five days a week, six to eight hours a day. Work, whether the words on the paper are good or not. Keep working.  Work some more.
4) Your Series of the Joe-Pitt-Cases is quite famous in Germany. In all of these Vampire-Love-Novels it feels refreshing and original. How did you come up with the idea for the novel and setting?
The setting was just a matter of my immediate environment. I lived in Alphabet City for several years and it was natural to set my stories there. Joe was more an outgrowth of my desire to write about someone mean than it was a desire to write about vampires.
5) Is there a difference in writing stories for Marvel and your novels?
Yes, a big one, comic books have pictures.  That is not as flippant as it may sound.  What it is is essential. Both require words, both require a good story, but one is all about text and words, and one is at least 75% about letting the pictures tell the story.  Comics are big canvases in terms of imagination, but very formal in terms of structure.
6) What are you reading right now?
I just finished THE FOREVER WAR by Dexter Filkins.
7) You are a professional successful writer. Is it difficult to deal with fame and success?
I am not in the least famous.  No one would ever recognize my face on the street, very few people have any interest in my life. The only truly famous writer who I can think of, a person who people would see somewhere other than a book jacket photo and recognize, is Stephen King.  As for success, I sell enough books to support my family. In the world of publishing that is a very hard thing to do, and I am successful by that measure, but no more successful that someone who supports their family by cleaning houses or teaching children.
8) How do you keep the balance between your job and your private life?
By working hard at both.

At the end two questions not at all related to writing. But they are fun, nevertheless.
9) What is your favorite holiday and why?
Christmas, simply because I see most of my family all in one place.
10)  If you could spend one day with a person of your choice (dead, fictional, alive), who would it be and what would you do?
My brother. I'd take him to see our parents and introduce him to my wife and daughter.

DEUTSCHE ÜBERSETZUNG
1) Wie hast Du mit dem Schreiben angefangen?
Ich habe schon geschrieben als ich noch sehr jung war. Professional habe ich durch viele glückliche Fügungen damit angefangen, als ein Manuskript von mir einem Literaturagenten in die Hände gefallen ist. Aber ich habe nie eine Schriftstellerkarriere angestrebt.
2) Wo findest Du die Inspiration zum Schreiben?
Fast unmöglich zu beantworten. Die wahre Frage ist: Wo finde ich keine Inspiration? Alles was ich sehe oder höre ist Material.
3) Könntest Du bitte beschreiben, wie du einen Roman schreibst?
Ich arbeite, mindestens fünf Tage die Woche und da sechs bis acht Stunden am Tag. Ich arbeite, egal ob ich das, was ich zu Papier bringe gut oder schlecht finde. Ich arbeite einfach weiter. Und dann arbeite ich noch ein bisschen.
4) Deine Joe-Pitt-Reihe ist in Deutschland sehr beliebt. In einer Welt, in der eine Vampir-Liebes-Roman Schwemme am Markt ist, ist deine Reihe originell und erfrischend. Wie bist Du auf die Idee für die Reihe und das Setting gekommen?
Das Setting hat sich aus meinem direkten Umfeld ergeben. Ich habe einige Jahre in Alphabet City gelebt und so war es nur natürlich, meine Geschichten dort anzusiedeln. Joe ist mehr aus dem Wunsch entstanden, endlich mal einen gemeinen Charakter zu entwickeln, als daraus über Vampire zu schreiben.
5) Gibt es einen Unterschied zwischen dem Schreiben der Marvel-Stories und Deinen Romanen?
Ja, einen großen. Die Comics haben Bilder. Das ist nicht so albern gemeint, wie es klingt. Es gibt wirklich einen essentiellen Untschied. Beide brauchen Wörter und beide brauchen eine gute Story, aber eine ist nur über Text und Worte, während die andere wenigstens zu 75% daraus besteht, die Bilder die Geschichte erzählen zu lassen. Comics sind große Leinwände, wenn es um die Vorstellungskraft geht, aber sehr streng in ihren Strukturen.
6) Was liest Du gerade?
Ich habe gerade "Der ewige Krieg" von Dexter Filkins zu Ende gelesen.
7) Du bist ein professioneller und erfolgreicher Autor. Ist es schwer mit dem Ruhm und Erfolg umzugehen?
Ich bin kein bisschen berühmt. Niemand würde mich auf der Straße erkennen und nur wenige Menschen interessieren sich für mein Leben.Der einzig wahrlich berühmte Autor, der mir einfällt, den die Leute auch ohne Buchrückenbild erkennen würden, ist Stephen King. Was den Erfolg angeht, ich verkaufe genügend Bücher, um meine Familie zu ernähren. In der Verlagswelt ist das gar nicht so einfach und von daher bin ich wohl erfolgreich. Aber bestimmt nicht erfolgreicher, als jemand, der das Geld für seine Familie durch Putzarbeiten oder als Lehrer verdient.
8) Wie behälst Du die Balance zwischen Berufs- und Privatleben?
Indem ich an beidem hart arbeite.
Zum Schluss noch zwei Fragen, die nichts mit der Literatur zu tun haben, aber hoffentlich trotzdem Spaß machen.
9) Welches ist Dein liebster Feiertag und warum?
Weihnachten, einfach nur, weil ich an diesen Tagen fast meine ganze Familie an einem Ort sehen kann.
10) Wenn Du einen Tag mit einer Person Deiner Wahl verbringen könntest (tot, fiktiv oder lebendig), wer wäre das und was würdet ihr tun?
Meinen Bruder. Ich würde mit ihm unsere Eltern besuchen und ihm meine Frau und meine Tochter vorstellen.
Gewinnspiel: Böser Engel von Timothy Carter
02.08.2010 10:29:24







Macht Euch doch selbst ein Bild von „Böser Engel“. Dank der freundlichen Unterstützung vom Verlag Droemer-Knaur verlosen wir 5 Exemplare des Romans. Alles was Ihr tun müsst, ist die Antwort auf folgende Frage finden...


Wie heißt der Dämon, den Stuart beschwört? (Ein kleiner Tipp: Die Antwort findet Ihr in der Rezension)


 


Die Antwort schickt Ihr unter Angabe Eurer Adresse an: aktion@fvl-designs.com
Einsendeschluss ist der 08.08.2010.



Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme ist bis zum 08.08.2010 22:00 Uhr möglich. Mehrfacheinsendungen werden nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die eingebenen persönlichen Daten werden nur für die Teilnahme an diesem Gewinnspiel gespeichert, für den Versand der Gewinne verwendet und anschließend gelöscht.

Böser Engel von Timothy Carter
02.08.2010 10:27:07

Stuart ist ein ganz normaler Teenager, und zwar einer, der sich hin und wieder gerne ein bisschen selbst befriedigt. Macht doch jeder! Stuart ahnt nicht, dass er dadurch versehentlich einen Engel erzürnt, der das für eine Todsünde hält. Plötzlich schwebt der Junge in höchster Gefahr – und sein einziger -Verbündeter ist ein übellauniger Dämon …

Als ich den Klappentext und die Kurzinfo gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Hier hatte es doch tatsächlich jemand gewagt, eine Story zu schreiben, in der keine Vampire, Hexen oder Werwölfe vorkommen. Ein Buch über einen schwulen Teenager, seinen Mentor den Ex-Pastor, gefallene, rachsüchtige Engel und den aufmüpfigen Dämon Fon Pyre. Die Geschichte hatte Potential, leider ist der Autor dann zusehr darauf bedacht, den Aspekt der jugendlichen Selbstbefriedigung ausreichend zu beleuchten, das hat das Erzähltempo arg verlangsamt und mir ein wenig den Spaß verdorben. Ich blieb aber trotzdem am Ball, weil die Sprache des Romans vor Wirtz geradezu sprüht. Das Ende, so viel sei an dieser Stelle bereits verraten, bietet Platz für eine Fortsetzung und offen gestanden, täte ich mir diese sogar wünschen, obwohl mich das Buch nicht begeistert hat. Ich glaube, mit etwas mehr Zeit, einer neuen Chance und einem Thema, das weniger nach Provokation schreit, kann aus den Charakteren echt noch etwas werden. Stuart, der Ex-Pastor und Fon Pyre bieten ausreichend Skurillität für eine ganze Buchreihe. Von der Art der Charaktere erinnern sie mich stark an die Wesen der Scheibenwelt (Pratchett) oder würden sich dort auf jeden Fall gut aufgehoben fühlen. 


Von mir gibt es hier 4 von 10 aufmüpfigen Dämonen.


© Franziska Löffelbein, 2010


Titel: Böser Engel

Autor: Timothy Carter
Verlag: Droemer-Knaur
Seitenzahl: 272

ISBN: 978-3-426-50698-1

Cover: Droemer Knaur
Das Blut von Brooklyn von Charlie Huston
02.08.2010 10:23:58

Hier nun der neue Geniestreich aus der Feder von Charlie Huston. Privatdetektiv Joe Pitt steht seit einem Jahr in den Diensten von Terry Bird und seinem Clan, der Society.  Als Mann für's Grobe beseitigt der für Terry unliebsame Konkurrenten. Doch irgendetwas scheint sich in der Unterwelt von New York zusammenzubrauen und auch auf Manhattan überzugreifen. Die Spur führt nach Brooklyn ...
Gemeinsam mit Terry's rechter Hand Lydia, macht sich Joe auf, um genau das zu ergründen. Die Fährte führt ihn in einen Vampirzirkus, der jedoch just in dem Moment, als Lydia die Verhandlungen startet, von einer weiteren Vampirgang überfallen wird. Die toughe Vampirfrau wird gefangen genommen. Und obwohl sie ihm tierisch auf den Senkel geht, macht sich Joe auf, um Lydia zu befreien und stolpert dabei in eine Vampir-Familientragödie der besonderen (jüdischen) Art.

Blutig bis zum Umfallen, so kommt der dritte Roman der Joe-Pitt-Reihe daher. Erstaunlich, dass noch ein paar Köpfe auf ihren Körpern bleiben, denn es rollen viele. So elitär und versnobt Manhattan in den Augen vieler auch ist, genauso stilvoll ist es auch und die Gangart wird in Brooklyn bewusst härter und schneller. Ein Schreckmoment jagt den nächsten und Joe steht vor einem Gegner, der mindestens so viele Prinzipien hat, wie Daniel.  Wenn dessen Motive von denen des jüdischen Familienoberhauptes wahrlich nicht unterschiedlicher sein könnten.
Ein wundervolles Splatter-Wiedersehen mit den vertrauten Gestalten, in dem auch einige Fäden zu Ende oder weitergesponnen werden, was im Hinblick auf das nahende Finale schon fast ein wenig zu schnell geht. Huston, der bislang die eingeführten Charaktere in jdes neue Buch wieder eingebunden hat, läßt einem beim Lesen des dritten Romans den Atem stocken, als er zwei liebgewonnene Figuren über die Klinge springen läßt.
Der vierte Roman steht jetzt schon in den Bücherregalen der Buchahandlungen und wartet darauf, von mir in mein Reich geholt zu werden. Nach so einem tollen dritten Roman eine Selbstverständlichkeit.

10 von 10 Blutkonserven.






© Franziska Löffelbein, 2010







Titel:Das Blut von Brooklyn


Autor: Charlie Huston


Seitenanzahl: 320 Seiten


ISBN: 978-3-453-43418-9


Verlag: Heyne
Cover: Heyne




House of Night - Teil 1: Gezeichnet von P.C. und Kristin Cast
01.08.2010 09:54:31







Mit „House of Night: Gezeichnet“ beginnt nach „Twilight“ und „Vampire Academy“ eine neue Vampirsaga auf dem Büchermarkt. Auch hier wird das Thema VAMPIR für die jugendlichen Leser aufbereitet. Ähnlich wie bei „Vampire Academy“ haben wir auch in diesem Roman ein wenig von der Internatsatmosphäre aus „Harry Potter“ beigemischt. Neu ist jedoch der Aspekt mit den Indianischen Komponenten.


Dass es in Tulsa ein Vampyr-Internat gibt, von dem jeder weiß ist völlig normal und auch, dass Späher die Stadt durchstreifen, um potenzielle Vampyre zu "zeichnen", worauf diese in das Internat „House of Night“ ziehen müssen, um dort ihre, nicht ganz ungefährliche, Verwandlung zum Vampyr zu durchlaufen. Unvermittelt trifft das auch Zoey - ein blauer Halbmond auf der Stirn kennzeichnet sie als „House of Night“ Schülerin und ob sie will oder nicht, sie muss ins Internat und gleichzeitig ihr altes Leben aufgeben. Dass die Vampyrgöttin Nyx noch ihre ganz speziellen Pläne mit Zoey hat, macht es für das Mädchen nicht unbedingt einfacher. Doch Zoey ist nicht die einzige Schülerin im „House of Night“, die mit besonderen Fähigkeiten bedacht wurde. Schnell wird ihr klar, dass sie ihre Kräfte einsetzen muss, um ihrer Konkurrentin Aphrodite entgegenzutreten. Wie gut, dass sie sich auf Ihre neuen Freunde, allen voran Zimmergenossin Stevie Rae verlassen kann. Und Göttin sei Dank, gibt es ja auch noch ihre Mentorin Neferet und ihre unverwüstliche Cherokee-Großmutter.


Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen, auch wenn ich an manchen Stellen des Buches über die zu derbe gewählte Sprache stolperte. Im Nachhinein wundere ich mich, dass solche Ausdrücke zustande kamen, immerhin schrieben eine Mutter und ihre Tochter diese Geschichte. Die Figuren sind so gezeichnet, dass man sich sehr schnell an sie gewöhnt und das Setting ist, trotz des Vampirhintergrunds, so alltäglich, dass man sehr rasch in die Geschichte eintaucht und vergisst, das man gerade ein Buch liest.
Die Storys könnte für meine Geschmack etwas dichter sein, ich habe aber die Hoffnung, dass sich einige der losen Fäden in den Folgebänden zu einem weiteren Handlungsstrang verdichten. Ich bin schon sehr gespannt, welche der Figuren die Wandlung nicht übersteht und was mit allen noch passiert.


Für die einfache Sprach und die etwas dünne Geschichte gibt es von mir, trotz Lesevergnügen und guter Unterhaltung nur 6 von 10 Ritualen.


 


© Franziska Löffelbein, 2010

Titel: House of Night – Teil 1: Gezeichnet
Autor: P.C. und Kristin Cast
Verlag: Fischer Jugend Buch


Seitenzahl: 463 Seiten


ISBN: 978-3-596-86004-3
Copyright Cover: Fischer Jugend Buch Verlag, 2009


Lee Raven von Zizou Corder
01.08.2010 09:50:41







Da ist ein Buch, um das es ein uraltes Geheimnis gibt: Vor Jahrtausenden erschaffen, verwandelt es sich immer neu und schenkt jedem, der es in Händen hält, genau die Geschichte, die er braucht. Und da ist ein Junge, Lee Raven, ein Taschendieb, der das Buch stiehlt, wie er schon vieles gestohlen hat in seinem Leben. Doch dann wird der letzte Besitzer des Buches ermordet aufgefunden, und plötzlich ist Lee Raven nicht nur die Polizei auf den Fersen, sondern auch die schreckliche Schriftstellerin Nigella Lurch. Schon lange ist sie hinter dem unendlich wertvollen Buch her, jetzt endlich scheint sie ihm ganz nah – wäre da nicht Lee Raven…


Dies ist mit Abstand das beste und kreativste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Es gehört in jedes Bücherregal und ich bin der Meinung, auch auf jeden Gabentisch dieses Jahr an Weihnachten. Mit „Lee Raven“ ist dem Mutter-Tochter-Autorengespann etwas gelungen, das zu schaffen nur wenigen Autoren vergönnt ist: einen zeitlosen Roman zu schreiben, der Jung und Alt zum Träumen verleitet und die kreativen Töne des Herzen wieder anrührt. In der von „schlechter“ Fantasy überschwemmten Bücherwelt endlich wieder eine Geschichte, die originell und lustig ist, ohne sich der gängigen Erzählmuster zu bedienen. Die Sprache fließt dahin wie ein Strom aus Gold. Über den Kern der Geschichte möchte ich an dieser Stelle nichts verraten, denn die Überraschung und Freude soll keinem kleinen oder großen Leser verdorben werden.
Ich hoffe, von diesen beiden noch mehr Bezauberndes und Fantastisches lesen zu können.
Vom mir gibt es hierfür die Höchstwertung 10 von 10 zauberhaften Punkten.


 


© Franziska Löffelbein, 2010


 


Titel: Lee Raven


Autor: Zizou Corder
Verlag: Carl Hanser Verlag


Seitenzahl: 304 Seiten


ISBN: 978-3-446-23307-2

Copyright Cover: Carl Hanser Verlag, 2009

Blutrausch-Charlie Huston
12.05.2010 16:09:04

Ein Jahr nach den Ereignissen aus Stadt aus Blut ist Privatdetektiv Joe Pitt restlos abgebrannt. Er hat weder Geld noch Blut, da ihn die Koalition nicht mehr versorgt. So bittet er aus der Not heraus Terry Bird von der Society um einen Job. Dieser erzählt ihm von einer neuen Droge, die im Umlauf ist und die nur bei Vampyren wirkt. Joe, der selbst schon ein Opfer des Stoffes verarztet hat, besucht den Grafen, der die Droge verkauft. Anathema, so der Name des Stoffs, ist das Blut eines frisch infizierten Vampyrs. Der Count selbst bezieht Anathema aus dem Hood, einem Clan unter der Führung von DJ Grave Digga. Joe wendet sich an Daniel, den Anführer der Enklave. Er gibt ihm den Tipp, Percy im Hood aufzusuchen, doch der Weg dorthin führt durch Koalitionsgebiet. Und zwischen den Clans herrscht ein erbitterter Machtkampf.


So packend wie Teil eins der Reihe um Joe Pitt war, so gewaltig kommt auch der zweite Roman daher. So langsam ist zu erkennen, dass im fünften Roman eine große Auflösung von vielen Geheimnissen ansteht. Immer wieder werden Handlungsstränge miteinander verknüpft, werden Leichen im Keller kurz hervorgeholt, aber nicht näher erklärt.
„Blutrausch“ ist noch blutiger als „Stadt aus Blut“ und führt neue interessante Charaktere ein. Joe Pitt ist in einer neuen, für ihn ungewohnten Situation und es macht Spaß zu beobachten, wie er diese mit seinem (Nicht-)Leben vereinbart.
Trotz der neuen Charaktere, um die sich die Handlung weitestgehend dreht, müssen wir auch auf die alten Lieblinge, wie Joe’s Freundin, Daniel von der Enklave und Terry verzichten. Die Geschichte des Anathemas ist großartig eine Droge für die ohnehin schon vom Blut abhängigen Vampire. Der Graf hat schon fast Trainspotting-Niveau.

Auch der zweite Teil sprüht vor rabenschwarzem Wortwitz und gruseliger Spannung. Ich kann den dritten Teil kaum noch erwarten. Er liegt schon auf meinem Nachtschrank und wir bestimmt genauso schnell verschlungen werden, wie Teil eins und zwei.

9 von 10 Punkten.

©Franziska Löffelbein, 2010
Titel: Blutrausch
Autor: Charlie Huston
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-453-43330-4
Verlag: Heyne
Cover: Heyne
Echte Feen, Falsche Prinzen von Janette Rallison
12.05.2010 16:06:04






Savannah wünscht sich nichts mehr, als endlich ihren Traumprinzen kennenzulernen. Ihre schusselige gute Fee will ihr diesen Wunsch erfüllen – und zaubert Savannah versehentlich ins Mittelalter. Dort muss sie als Aschenputtel und Schneewittchen gegen bösartige Trolle und Drachen kämpfen. Und sie begegnet einem schwarzen Ritter, der nicht nur gefährlich, sondern auch unwiderstehlich sexy ist...
Janette Rallison hat ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und ein erfrischendes Märchenbuch geschrieben. Die Grimmschen Märchen einmal aus der Sicht einer verzogenen Highschool-Göre zu erleben, die im Märchenland erkennt, was wirklich in ihr und vor allem in ihrem Mitschüler Tristan, den die gute, aber tollpatschige, Fee gleich mal mit in den Zauberwald gehext hat, steckt. Abenteuer, Schurken, schöne Prinzessinen, edle Ritter und vielleicht die große Liebe machen aus diesem Buch ein echtes Lesevergnügen. Die humorvolle Schreibweise von Rallison, lässt einen nicht mehr los. Das Buch hat definitiv das Potential für eine ebenso verrückte Fortsetzung.

Das Buch bekommt von mir solide 6 von 10 Punkten.

© Franziska Löffelbein, 2010

Titel: Echte Feen, falsche Prinzen


Autor: Janette Rallison


Seitenanzahl: 419 Seiten


ISBN: 978-3-401-06478-9
Verlag: Arena-Verlag


Cover: Arena-Verlag

Mr. Nanny – Holly Peterson
12.05.2010 16:04:00






Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber nach Tolstoi und Kafka, braucht das Gehirn auch mal wieder etwas seichtere Literatur und wenn das Buch dann auch noch versteckte sozialkritische Ansätze hat, umso besser.
Für die Schönen und Reichen New Yorks gibt es nur eine Adresse: die Park Avenue. Dort lebt auch Jamie Whitfield seit ihrer Hochzeit mit dem Staranwalt Phillip Whitfield. Doch Jamie passt eigentlich nicht so recht in diese Welt, allein schon wegen ihrer Herkunft aus der Provinz. Und weil sie nicht bereit ist, ihren Job als Fernsehproduzentin aufzugeben, obwohl sie doch eigentlich nicht mehr arbeiten müsste. Ihre Arbeit hat aber noch einen weiteren Haken: Sie lässt Jamie viel zu wenig Zeit für ihre drei Kinder, zumal diese nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihren meist abwesenden Daddy vermissen. Bekanntlich gibt es aber in New York für jedes Problem eine Lösung. In diesem Fall heißt das Zauberwort »Manny«: die männliche Nanny, der neueste Trend der Kindererziehung in der New Yorker High Society. Auch Jamie braucht dringend ein solches Familienaccessoire, und so heuert sie den äußerst attraktiven Peter Bailey an. Schon bald muss Jamie allerdings feststellen, dass Peter nicht nur mit Kindern hervorragend umgehen kann – sondern auch mit seiner attraktiven Arbeitgeberin …

Dieses Buch strotzt nur so von bissigem Humor. Auch wenn es nach dem alten Schema „Die einfachen Menschen sind eben doch die Besseren“ läuft, kann man die Seitenhiebe auf die High Society nur genießen. Die Story selbst ist dennoch sehr seicht. Alles drängt auf das unausweichliche Happy End, auch wenn dieses ein wenig anders ausfällt als üblich. Holly Peterson bedient sich aus ihren eigenen Erfahrungen als Produzentin der ABC News und gibt einem so ein Gefühl von Authentizität, wie es für dieses Genre selten ist. Als Journalistin weiß Holly Peterson natürlich, wie sie ihre Worte wählen muss, um bei den Lesern anzukommen und deshalb freue ich mich schon jetzt auf das neue Buch, an dem sie gerade arbeitet.

Mr. Nanny bekommt von mir 5 von 10 Punkten.
© Franziska Löffelbein, 2010



Titel: Mr. Nanny


Autor: Holly Peterson


Seitenanzahl: 480 Seiten


ISBN: 978-3-442-54622-0
Verlag: Manhattan


Cover: Manhattan

Stadt des Blutes von Charlie Huston
12.05.2010 16:01:45






Von der ersten Minute des Lesens an, ist man gefangen in der Welt von Joe Pitt.
Pitt ist eine Art privater Ermittler in New York. Er ist schnell, er ist stark und außerdem ist er ein Vampyr...

Wir befinden uns in New York. Dem Big Apple unserer Gegenwart.
Die Stadt wurde aufgeteilt, aufgeteilt unter den mit dem Vyrus infizierten lebenden Toten. Einer von ihnen ist Joe Pitt. Er ist ein unabhängiger Vampir, der Handlanger für die verschiedenen Gruppen, allen voran der Koalition und der Society, den beiden Erzfeinden, spielt. Joe sorgt dafür, dass sein Viertel sauber bleibt. Sauber vor allen Dingen von den Zombies, die momentan wie Unkraut aus dem Boden schießen. Die Vermutung, es gäbe einen Überträger, der sich gezielt eine Armee aus wandelnden Leichen aufbaut liegt hier nah, obwohl man sich fragen muss, wie eine atmende Leiche, die mit dem Bakterium infiziert ist, welches die Gehirnmasse nach und nach zersetzt, noch zu solchen Strategien fähig ist. Vielleicht wird der Überträger ja gelenkt? Bevor Joe sich hierüber Gedanken machen kann, steckt er schon im größten Schlamassel seines untoten Lebens und hat es nicht mehr nur mit seiner eifersüchtigen Freundin, sondern auch mit verfeindeten Clans, Junkies und rebellierenden Teenagern.

Gepackt verschlingt man Seite um Seite des ersten Romans aus der Vampyr-Detective Reihe. Die Story ist actiongeladen und durch die Anleihen aus Krimi und Pulp Fiction (dem Genre, nicht dem Film) so originell wie kaum ein Vampirroman, der zurzeit auf dem Markt ist. Dieses Buch macht süchtig nach mehr und die Nachricht, dass es „nur“ vier Fortsetzungen geben soll, stimmt mich schon heute traurig. Charlie Huston schreibt so bissig, wie es sich für einen Vampirroman gehört, spannend, wie man es aus Krimis kennt und in einem etwas schäbigen Milieu, wie man es aus der Pulp Fiction kennt. Ein Ausnahmetalent der dringend mehr Beachtung finden sollte. Ich sehe bereits jetzt die Verfilmung vor mir. Doch wo bekommen wir jemanden her, der so ist, wie Bruce Willis bei „Stirb Langsam“-Teil 1?


Eine Lesemuss für alle.


 


Absolute 10 von 10 Punkten.


Franziska Löffelbein, 2010

Titel:Stadt aus Blut


Autor: Charlie Huston


Seitenanzahl: 320 Seiten


ISBN: 978-3-453-67527-8


Verlag: Heyne
Cover: Heyne


 

Vampire Academy – Teil 1: Blutsschwestern von Richelle Mead
20.04.2010 15:15:03

Momentan ist der Büchermarkt geradezu überschwemmt von Vampirliteratur, im Besonderen von den Büchern, deren Zielgruppe Jugendliche sind. Es ist schwer, hier den Schwachsinn von gut geschriebenen Romanserien zu unterscheiden.
Ich habe hier eine Serie für Euch, die ich sehr empfehlen kann. Richelle Mead’s „Vampire Academy“ ist in Deutschland bei Egmont LYX erschienen. Die Serie wirkt wie eine Mischung aus „Harry Potter“ und den „Twilight“ Romanen.
Teil eins heißt „Blutsschwestern“ und bringt uns die Hauptpersonen näher. Rose, eine junge Dhampirin, die zur Wächterin ausgebildet werden soll. Ihr Schützling ist ihre beste Freundin Lissa (Vasilissa) aus dem königlichen Vampirgeschlecht der Dragomir, einer Moroi Familie – entgegen den wilden, blutrünstigen Strigoi. Irgendjemand hat es auf Lissas Leben abgesehen und so fliehen die beiden aus der Akademie, um kurz darauf von den erwachsenen Wächtern, unter anderem dem gutaussehenden Dimitri, wieder zurück gebracht zu werden. Über ein mentales Band sind Rose und ihre Freundin miteinander verbunden und so weiß Rose auch, wie es Lissa ergeht, nachdem sie wieder in der Akademie sind. Rose wird unter ständigem Drill von Dimitri zur Wächterin ausgebildet, muss ansonsten aber dem Schulleben fernbleiben, als Strafe für die Flucht aus dem Internat. Lissa muss sich währenddessen wieder in das Schulleben und die Cliquen der königlichen Vampirkinder eingewöhnen. Sie hat Rose versprochen, sich aus dem Cliquenleben rauszuhalten, damit ihre Gabe – denn jeder Vampir hat in dieser Welt eine besondere Macht, zum Beispiel über das Feuer oder Wasser – nicht ans Tageslicht kommt. Doch so ganz scheint ihr das nicht zu gelingen und bald ist sie wieder die Königin der Schulparties und bald auch Mittelpunkt einiger Intrigen. Irgendjemand weiß bereits von Lissas Gabe und Rose kann nicht verhindern, dass Lissa entführt wird, doch vielleicht können Dimitri und sie ihre Freundin wieder befreien.  

Actiongeladen kommt der erste Teil der Vampirserie von Richelle Mead daher. Schon nach den ersten Seiten ist man wie gebannt. Ich selbst habe das Buch erst aus der Hand gelegt, als ich mit dem letzten Satz fertig war und dass passiert mir nur selten. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und die Geschichte spannend, romantisch und sexy zugleich. Eine diabolische Mischung, die Lust auf mehr macht.
Ich freue mich schon heute auf den nächsten Band, den ich Euch bestimmt bald hier vorstelle.

9 von 10 Punkten.
Franziska Löffelbein, 2010

Titel: Vampire Academy – Buch 1: Blutsschwestern
Autorin: Richelle Mead
Seitenanzahl: 304 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8201-1

Verlag: Egmont LYX
Cover: Egmont LYX
Unendlichkeit in ihrer Hand von Gioconda Belli
20.04.2010 15:12:51

Die Schöpfungsgeschichte ist alt, sogar sehr alt und wurde bereits in unzähligen Sprachen und auf ungleich viele Arten erzählt. Gioconda Belli, die als größte Autorin Lateinamerikas gehandelt wird, hat sich der größten Liebesgeschichte der Welt gewidmet...

Auf einmal ist er da und weiß nicht, woher er kam: Adam beginnt sein Leben als zufriedener Mensch. Erst Eva bringt Fragen mit, Neugier und die fatale Sehnsucht nach mehr. Und plötzlich ist alles anders. Wie fühlt es sich an, die Schönheit und den Schmerz der Welt völlig neu zu entdecken – und auch das Begehren zwischen Mann und Frau?

So poetisch und kraftvoll der Roman auch geschrieben sein mag, so kann er doch keine neue Facette zeigen in einer Geschichte, die bereits zum Überdruss erzählt wurde.
Jedoch ist die Zärtlichkeit mit der Belli die Figuren zeichnet lesenswert und die Leichtigkeit der Sprache, die langsam vor sich hinperlt ist unvergleichlich.
Ich persönlich fand das Thema schrecklich langweilig, weil ich es zu Genüge kenne, jedoch habe ich den Schreibstil von Gioconda Belli als derart bezaubernd empfunden, dass ich Euch dieses kleine Buch dennoch ans Herz legen möchte.


3 von 10 Punkten

Franziska Löffelbein, 2010

 

Titel: Unendlichkeit in ihrer Hand

Autorin: Gioconda Belli

Seitenanzahl: 304 Seiten

ISBN: 978-3426198520
Verlag: Droemer Knaur
Cover: Droemer Knaur
Titan von Robert Harris
20.04.2010 15:10:36

Auf der Münchner Bücherschau im letzten Jahr war auch Robert Harris, dem wir grandiose Bücher wie “Enigma” und „Der Ghostwriter“ verdanken, mit seinem aktuellen Roman „Titan“ vertreten.
„Titan“ ist der zweite Teil seiner Cicero-Trilogie.

 

Cicero hat es geschafft – Verhandlungsgeschick und sein Redetalent haben ihn an die Spitze der Macht gebracht: Er bekleidet als Konsul das höchste Amt in Rom. Aber seine Widersacher haben sich längst formiert. Eine große Verschwörung droht die Republik zu stürzen. Sein alter Widersacher Catilina plant mit einigen Verbündeten sogar Ciceros Ermordung. Wie weit darf man als Konsul gehen um die Republik, vor allem aber sich selbst zu retten?Was passiert, wenn die Reihen der Verbündeten immer kleiner werden? Und wie passt der ehrgeizige Emporkömmling Caesar in diese Geschichte ...

 

Für mich war erstaunlich, dass ich nicht, wie bei den anderen Büchern von Harris, sofort mitgerissen wurde. Zugegebenermaßen habe ich nur den zweiten Teil der Trilogie gelesen und vielleicht lag es daran, dass ich 150 Seiten brauchte, um im alten Rom anzukommen. Dann ist man mittendrin. Ciceros Sklave Tiro, der auch einer seiner engsten Vertrauten ist, entführt uns in den Alltag eines Konsuls in Rom, der sich vom Pfad der Tugend abbringen läßt um dann den beschwerlichen Weg zurück zu wählen.
Die Geschichte ist alles in allem großartig erzählt. Das Gesellschaftsbild, das vom alten Rom geschaffen wird, ist erschreckend und vor einem historischen Kontext sehr real.

Die Charaktere wirken so lebendig, dass man ihnen in einigen Situationen Ratschläge entgegenschleudern möchte. Das Verbrechen der ersten Seiten wird im Verlauf des Romans aufgeklärt und dennoch ist man von der Beiläufigkeit der Aufklärung sehr überrascht und auch ein kleines bisschen enttäuscht.
Alles in allem, aber ein sehr überzeugender Politthriller aus einer anderen Zeit, die der unseren doch nur allzu ähnlich ist.

8 von 10 Punkten. 

Franziska Löffelbein, 2010

Titel: Titan

Autor: Robert Harris
Seitenanzahl: 544 Seiten

ISBN: 3453001583

Verlag: Heyne Verlag
Cover: Randomhouse Verlagsgruppe
Tiefer Schnitt von John Harvey
20.04.2010 15:08:08

Nach dem Interview hier nun die versprochene Rezension zum zweiten Roman der Charlie-Resnick-Reihe des britischen Erfolgsgaranten John Harvey. 

Tim Fletcher, junger Assistenzarzt im städtischen Krankenhaus von Nottingham wird in den frühen Morgenstunden von seiner Freundin tot auf einer Überführung gefunden. Doch er soll nur das erste Opfer in einer Serie brutaler Überfälle auf das Krankenhauspersonal sein. Die Panik unter den Ärzten und Schwestern wächst mit jeder Minute und jedem Opfer weiter an. Detective Inspector Charlie Resnick, ein übergewichtiger Ermittler mit einem Hang zum Jazz und zu Katzen, übernimmt den Fall, doch er muss sich beeilen, denn der Täter hat bereits das nächste Opfer im Visier, seine Vorgehensweise legt nahe, dass er sich mit Chirurgie auskennt, ist er am Ende selbst Angestellter im Krankenhaus?

Dieses Buch legt man nicht mehr weg. John Harvey schafft es wie kein anderer auch die noch so kleinen Nebencharaktere mit so viel Leben zu füllen, dass sie einem richtig ans Herz wachsen und man auf jedem Schauplatz mitzittert, betrifft dieser nun den Fall oder aber das Privatleben der Ermittler. Er ist sehr realitätsnah mit seinen Beschreibungen der Gefühle, Orte und Personen, man fühlt sich nach Nottingham versetzt, ist selbst Teil der Geschichte. So muss ein Krimi geschrieben sein, mit Spannung und Herz und einem kleinen bisschen Gewalt. Ein Hit!


9 von 10 Punkten.
Franziska Löffelbein

Titel: Tiefer Schnitt
Autor: John Harvey
Seitenanzahl: 368 Seiten
ISBN: 978-3423211468
Verlag: dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)
Cover: dtv

 

Jenseits GmbH – Lieber Tod als Teufel von Amber Benson
20.04.2010 15:05:10

Multitalent Amber Benson, der deutschen Leserschaft vor allem durch ihre Rolle der Tara in der TV Serie „Buffy-Im Bann der Dämonen“ bekann, hat ihren ersten Solo-Roman veröffentlicht. Sofort musste das Fantasybuch her und ich auf den Lesesessel. Nach nur ein paar Stunden hatte ich das Buch bereits verschlungen.

Mal ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert...

Calliope Reaper-Jones will einfach nur ein normales Leben führen. Als jedoch ihr Vater und ihre ältere Schwester entführt werden gestaltet sich dies als überaus schwierig, denn Callie muss nun die Geschäfte ihre Vaters übernehmen und das ist alles andere als normal, denn ihr Vater ist der Tod. Nach dem Verschwinden des Vaters muss sie sich nun vor dem Rat und den Konkurrenten aus der Hölle beweisen und nebenbei auch noch ihre Familie und den Firmenvorstand retten. Zum Glück bekommt sie dabei Hilfe von der jüngeren Schwester Clio und der Göttin Kali. Und auch der junge und wahnsinnig gutaussehende Protege des Teufels hilft ihr das eine oder andere Mal aus der Patsche...

Das Buch ist nicht überragend, jedoch einmal eine erfrischende Story aus dem Fantasy-Genre. Endlich mal keine Vampire oder Elfen, sondern der bodenständige Tod, Teufel und eine paar Todesgötter und –göttinen. Das die Heldin mit Mitte Zwanzig mehr wie ein Teenager dargestellt wird, ist mit etwas gutem Willen als Anlehnung an die Zielgruppe zu sehen. Die hätte zwar mit der jüngeren Clio schon eine Identifikationsfigur, aber da kann es ja nie genug geben. Die Story ist gut ausgearbeitet und es ist toll zu sehen, dass so viele verschiedene Mythen eingebaut werden und zusammen funktionieren. Ein wenig störend ist die sehr banale Teenie-Sprache, derer sich Amber Benson hier bedient. Zwar springt einen der Humor aus jeder Ecke an, jedoch vermisse ich ein wenig den Tiefgang.
Nachdem in Amerika bereits der zweite Teil der Buchreihe um Calliope erschienen ist, freue ich mich schon heute auf den neuen Teil in unseren Buchläden.

 

7 von 10 Punkten 

Franziska Löffelbein, 2010

Titel: Jenseit GmbH – Band 1: Lieber Tod als Teufel

Autor: Amber Benson
Seitenanzahl: 383 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8166-3

Verlag: Egmont LYX

Cover: Egmont LYX
Das verlorene Symbol von Dan Brown
20.04.2010 15:01:23


Lange habe ich auf eine Fortsetzung der Abenteuer von Professor Robert Langdon gewartet. Nach „Illuminati“ hatte ich Großes erwartet und bin nicht enttäuscht worden, das Buch ist sehr groß.


Hier ein wenig vom Inhalt:


Washington, D.C.: In der amerikanischen Hauptstadt liegt ein sorgsam gehütetes Geheimnis verborgen, und ein Mann ist bereit, dafür zu töten. Doch dazu benötigt er die Unterstützung eines Menschen, der ihm freiwillig niemals helfen würde: Robert Langdon, Harvard-Professor und Experte für die Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole.Nur ein finsterer Plan ermöglicht es, Robert Langdon in die Geschichte hineinzuziehen. Fortan jagt der Professor über die berühmten Schauplätze der Hauptstadt, doch die wahren Geheimnisse sind in dunklen Kammern, Tempeln und Tunneln verborgen. Orte, die vor ihm kaum jemand betreten hat. Und er jagt nicht nur – er wird selbst zum Gejagten. Denn das Rätsel, das nur er zu lösen vermag, ist für viele Kreise von größter Bedeutung – im Guten wie im Bösen. Zwölf Stunden bleiben Robert Langdon, um seine Aufgabe zu erfüllen. Danach wird die Welt, die wir kennen, eine andere sein.


So schön, so spannend – leider schafft es Dan Brown bei diesem Buch nicht mich in den Bann zu ziehen. Zwar habe ich das Buch zu Ende gelesen, Großes konnte ich hier, einmal abgesehen von der Seitenanzahl, nicht finden. Der Ausgang der Story ist schon nach den ersten 100 Seiten klar und danach ist die Luft einfach ein wenig raus. Konnten „Sakrileg“ und „Illuminati“ noch mit überraschenden Wendungen punkten, wirkt das neue Buch tatsächlich verloren. Die Erzählweise ist überzeugend wie immer, nur die Story scheint, trotz wissenschaftlicher Recherche, nicht spannend werden zu wollen.
Meine Empfehlung, wartet auf den Film und das was die Drehbuchautoren aus Hollywood aus dem Material machen können.



4 von 10 Punkten.


Franziska Löffelbein, 2010


 


Titel: Das verlorene Symbol


Autor: Dan Brown
Seitenanzahl: 765 Seiten
ISBN: 3785723881
Verlag: Bastei Lübbe


Cover und Inhaltsangabe: Bastei Lübbe



 


9 Fragen an John Harvey
28.11.2009 10:18:59


Copyright by Franziska Löffelbein, 2009
Gestern, nur einen Tag vor seiner Lesung in München, konnte ich den britischen Erfolgsautor John Harvey in seinem Hotel treffen und hatte Gelegenheit mit ihm ein wenig über sein Buch zu sprechen.
John Harvey begrüßte mich herzlich und ich war sofort von der leidenschaftlichen Art über seine Bücher zu sprechen begeistert. Bei denen Themen Jazz und Kunst war übrigens fast noch mehr die Liebe zu den beiden Punkten zu spüren.
Da Interviews im Original eigentlich immer besser sind, gebe ich den Originalton hier wieder. (Weiter unten gibt es das ganze Interview auch in der Übersetzung.)

Writing a fiction series with a reappearing character are always a hit. Charlie Resnick is a really interesting character of such a fiction series. How much of yourself is included in Charlie?
„Oh, I’m afraid the Jazz part is all. Well, that and the football. We both support the same team in Nottingham. Unfortunately not the winning team. But it wouldn’t suit Charlie’s character if it was different. But there are a lot of differences between us. For once I don’t get as many food stains on my tie, oh well, I don’t wear a tie.” 

He is really into cats – it is almost like a picture of an old lady with the cats, but with no one else to love. Is this why Charlie has all the cats – is he your “old lady”?
“Oh, oh, I really regret I did this. Honestly this was just a stupid mistake. Whenever I do a reading, all the old ladies come up to me and keep asking about the cats. But yes, I sort of needed the cats for the scenes playing in Charlie’s house, if I wanted him to react, to do something and cats are really characters of their own. They are independent. But they can lie on Charlie’s knees when he listens to the music and he has to feed them. They accompany him and show that he can be affectionate without being silly. Yet I still regret I put the cats in the story.”

Do you have any new series in mind?
“Well, I have done ten Resnick novels and said “I’m done with him” and then I did three Elder novels. I then got back to a Resnick story, but that was just because I had the perfect case for him. I won’t be doing a new series or a new Resnick book and I won’t be doing another Frank Elder book for I would have to put him back to Nottingham or find a reason for him to travel between there and Cornwall, where he lives. “

Have you been disappointed that you are at the bookfair with “Cutting Edge” and not one of the more recent books?
“Not at all. I am delighted. It is great because I have already written this story. The more recent ones were a success in Germany and now DTV is publishing the old ones as well. So it is great because I didn’t need to write a new one, I just had to re-read “Cutting Edge”, which was quite interesting. I mean, I knew what would happen but I forgot that I did this or that. Like Ed Silver for example, I couldn’t remember that he was in this novel. I really enjoy being at the Munich bookfair with “Cutting Edge”.”

What is the main difference between Charlie Resnick and Frank Elder?
“Frank Elder, I didn’t really like. I never thought he was that interesting, but he was a hit with the readers. He is retired an he leaves everything behind – his wife, his teenage daughter – and moves from Nottingham to Cornwall. He moves away to be alone, Charlie Resnick on the other hand is alone, even though he is surrounded by people he knows. They are sort of a mirror to each other.”

Could you please describe the process of writing a novel?
“For the crime novels I always try to find a specialist on the topics. For “Cutting Edge” I spoke to two anaesthesiologists to find out how the things described in the book could happen. For the Police part I contacted the Nottingham Police Office’s Public Relations department and asked for an officer to talk to for a story. I spoke to one and we kept in touch even after is retirement. I still send him my manuscripts for his opinion. The Police of Nottingham never wanted to edit my novels and never said “You can’t show us like this”, even with the character of Mark Divine, who is a real jerk. Today the research is much easier with all the information on the internet. I just enter the destination of a Police Station and get almost everything from an address to a picture to the latest Police report. Even though the cases are important in a novel, they are not as important as the relationships. In this book there are Dr. Salt and the nurse, Charlie and his ex-wife or Kevin Naylor and his wife Debbie, who is down with a depression and Naylor can’t figure out a way to deal with it or Ian Carew and all the ladies. Not one relationship works great but this perhaps is what makes them real.”

Are you already working on a new novel or do your studies take all your time?
“Oh no, right now I am just working on my essays for the Birkbeck College, a University in London. Right now I am working on one about the painter Grace Hartigan, who died last year, but it doesn’t go well. But this is my focus right now.”

Please, tell us something about going back to University after being an author for that long.
“When you are a writer you don’t meet many people. You just have your family and friends and sometimes the editors. Now I am studying History of Arts and I meet other students every day. I was always fascinated by arts, I even wrote a novel about a painter once, who was in prison for forger an when he served his time he receives a letter from one of his old lovers revealing to him that he has a daughter, who is a Jazz-singer in the USA and who is in trouble. His former lover asks him to help her for she will be dying soon and so the painter heads for the US to help a daughter he never knew. Even though I involved art in some books, I was always focused on so many things at the same time and now while I am studying I’m forced to focus on one thing only and this is really great. I learn a lot and perhaps one day I will write a novel about arts. But not yet. “

Now only days before December starts, please tell us how you will spend the holidays?
“This year is going to be great. My partner and our daughter are going to Australia for the holidays. So I get four weeks in a ten degree cold London with just myself. So perhaps I will be able to write the essays and maybe even start writing the next novel.”

Thank you John Harvey, for this interview.

Heute Abend ist John Harvey um 19:00 Uhr auf der Münchner Bücherschau. Jedem der Krimis mag, möchte ich die Lesung aus „Tiefer Schnitt“ ans Herz legen. John Harvey ist nicht nur ein sehr interessanter und herzlicher Mann, er schreibt auch Krimis, die unter die Haut gehen. Die Rezension zu „Tiefer Schnitt“ gibt es nächsten Monat auf dieser Seite. ´
Viel Spaß heute Abend.

Franziska Löffelbein, 2009

Übersetzung des Interviews

Eine Bücherreihe mit einem wiederkehrenden Hauptch
arakter ist immer beliebt. Charlie Resnick ist ein besonders interessanter Kandidat. Wieviel steckt von Ihnen in Charlie?
„Oh, Ich denke, der Teil mit dem Jazz ist schon alles. Das und der Fußball. Wir sind beide Fans des gleichen Clubs in Nottingham. Leider gewinnt der so gut wie nie. Aber zu Charlie würde auch nichts anderes passen. Es gibt aber viele Unterschiede zwischen uns. Ich hab zum Beispiel nicht so viele Essensreste auf meiner Krawatte. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich keine trage.“

Er hat wirklich viele Katzen – er ist die Personifizierung der „Alten Dame mit Katzen“ ohne jemanden Menschlichen, dem sie ihre Zuwendung schenken können. Ist Charlie Ihre „Alte Dame“?
„Oh, oh, I bedaure das wirklich sehr. Ehrlich, das war ein dummer Fehler. Wann immer ich eine Lesung habe, kommen diese netten alten Damen, die sich immer wieder nach den Katzen erkundigen. Aber ich brauchte die Katzen für die Szenen, die in Charlies Haus spielen. Ich wollte, dass er auf jemanden reagieren kann, dass er mal andere Dinge tut und Katzen sind ja auch selbst ziemliche Charaktere. Sie sind sehr selbstständig. Trotzdem können Sie auf Charlies Knien liegen, während er Musik hört und er muss sie füttern. Sie begleiten ihn im Haus und zeigen, dass er jemandem gegenüber Zuneigung zeigen kann ohne dabei tolpatschig zu werden. Und doch bedaure ich, die Katzen überhaupt in die Story geschrieben zu haben.“

Haben Sie schon irgendeine neue Reihe im Kopf?
„Ich habe zehn Resnick Romane geschrieben und gesagt: „Ich bin durch mit ihm“. Und ich habe drei Elder Romane geschrieben. Danach habe ich noch ein Resnick Buch geschrieben, aber nur weil ich den perfekten Fall für ihn hatte. Ich werde keine neue Reihe anfangen oder einen weiteren Resnick Romane und auch kein neues Frank Elder Buch. Elder müsste ich nach Nottingham zurückschicken oder eine Grund finden, warum er zwischen dort und Cornwall, wo er nun lebt hin und her reist.“

Sind Sie darüber enttäuscht, mit „Tiefer Schnitt“ auf der Bücherschau zu sein und nicht mit einem der kürzlich erschienenen Romane?
„Ganz und Gar nicht. Ich bin sogar erfreut. Es ist toll, weil ich die Geschichte bereits geschrieben habe. Die neueren Bücher sind in Deutschland ein Erfolg und deshalb veröffentlicht der DTV Verlag nun auch die älteren Bände. Es ist also toll, weil ich keine neue Geschichte schreiben musste, sonder nur „Tiefer Schnitt“ noch einmal lesen musste. Das war sehr interessant, weil ich zwar wußte, was passieren würde, aber das ein oder andere doch vergessen habe. Ich konnte mich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern, dass Ed Silver in diesem Roman mitwirkt. Ich freue mich wirklich sehr, mit „Tiefer Schnitt“ auf der Münchner Bücherschau zu sein.“

Was ist der Hauptunterschied zwischen Charlie Resnick und Frank Elder?
„Frank Elder, den mochte ich nie. Ich habe nicht verstanden, was an ihm so interessant sein soll, aber er war ein großer Sympathieträger bei den Lesern. Er ist im Ruhestand und läßt alles zurück – seine Frau und seine minderjährige Tochter – um von Nottingham nach Cornwall zu ziehen. Er zieht weg, um allein zu sein, Charlie auf der anderen Seit ist allein, sogar wenn er von den Menschen, die er kennt, umgeben ist. Sie sind wie ein Spiegelbild des Anderen.“

Könnten Sie bitte beschreiben wie Sie an einem Roman arbeiten?
„Für die Krimis versuche ich immer, einen Experten für die Thematiken zu finden. Bei „Tiefer Schnitt“ habe ich mit zwei Anästhesisten gesprochen, um in Erfahrung zu bringen, wie die Dinge, die im Buch angesprochen werden, im wirklichen Leben passieren können. Für die Polizeiarbeit habe ich das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Polizei von Nottingham kontaktiert und um einen Beamten gebeten, mit dem ich mich für die Geschichte unterhalten kann. Ich habe zu diesem Beamten noch heute, nachdem er in Ruhestand gegangen ist, Kontakt und schicke ihm auch jetzt meine Manuskripte zu, um ihn um seine Meinung zu bitten. Die Polizei war großartig, sie wollten nie meine Bücher zensieren und sagten nie: „So dürfen Sie uns nicht darstellen“, nicht mal als ich einen Charakter wie Mark Divine eingeführt habe, der ein absolutes Arschloch ist.
Heute ist die Recherche viel leichter, mit all den Informationen, die man im Internet findet. Wenn ich heute die Polizei in einem Ort suche bekomme ich neben der Adresse meist auch ein Foto und oft auch die neuesten Polizeiberichte.
Auch wenn die Fälle für den Roman wichtig sind, sind sie nicht so wichtig wie die Beziehungen der Charaktere zueinander. In „Tiefer Schnitt“ haben wir Dr. Salt und die Krankenschwester, Charlie und seine Exfrau, Kevin Naylor und seine Frau Debbie, die an einer Depression leidet, mit der er nicht fertig wird. Oder auch Ian Carew und jede Frau des Romans. All diese Beziehungen funktionieren nicht wirklich, aber vielleicht ist es genau das, was sie so real erscheinen läßt.“

Arbeiten Sie bereits an einem neuen Roman oder raubt Ihnen die Universität hierfür jegliche Zeit?
„Oh nein, momentan arbeite ich nur an den Essays für das Birkbeck College, eine Universität in London. Momentan schreibe ich einen Aufsatz über die im letzten Jahr verstorbene Malerin Grace Hartigan, das läuft nicht so gut. Die Universität ist momentan mein Fokus.“

Bitte, erzählen Sie uns etwas davon, wie es ist, wieder zu studieren, nachdem man so lange Zeit als Autor gearbeitet hat.
„Wenn man ein Autor ist, trifft man nicht viele Leute. Man hat nur seine Familie und Freunde und manchmal Editoren. Jetzt studiere ich Kunstgeschichte und treffe nun täglich andere Studenten. Ich war immer fasziniert von Kunst, ich habe sogar einmal eine Roman über einen Maler geschrieben, der wegen Kunstfälschungen ins Gefängnis kam. Als er entlassen wird, erhält er einen Brief von einer seiner Exfreundinnen, in dem sie ihm mitteilt, dass er eine Tochter hat, die in den USA als Jazzsängerin arbeitet und die in Problemen steckt, da sie bald sterben muss, bittet sie den Maler, der Tochter zu helfen. Und so macht sich der Maler auf in die Vereinigten Staaten, um einer Tochter zu helfen, die er nicht kennt. Ich habe Kunst zwar in einige meiner Bücher einfließen lassen, ich war aber trotzdem immer auf sehr viele Dinge gleichzeitig konzentriert. Nun während meines Studiums geht das nicht. Hier bin ich gezwungen, mich nur auf eine Sache zu konzentrieren und das ist wirklich großartig. Ich lerne so viel und vielleicht werde ich eines Tages einen Roman nur über Kunst schreiben, aber noch ist die Zeit dafür nicht gekommen.“

Der Dezember steht vor der Tür. Bitte verraten Sie uns, wie Sie in diesem Jahr die Feiertage verbringen werden.
„Dieses Jahr wird großartig. Meine Lebensgefährtin und unsere Tochter fliegen für die Feiertage nach Australien. Das heißt für mich vier Wochen lang allein im 10°C kalten London. Vielleicht komme ich dann dazu die ausstehenden Essays zu schreiben und wer weiß, vielleicht fange ich sogar schon mit dem nächsten Buch an.“

Die Woche auf der Münchner Bücherschau
23.11.2009 21:43:44

Viele tolle Events gab es bereits während der ersten Woche der Münchner Bücherschau für alle jungen und alten Leseratten.
Unter anderem die Lesungen von Frank Schätzing, Zizou Corder, Paul Maar und Robert Harris.
Auch in dieser Woche geben sie die hochkarätigen Autoren die Klinke in die Hand.
Verpassen Sie nicht die Topevents dieser Woche:
Wenn Sie das gleich beim Posten lesen, sind auch Sie wohl von der Föhnluft dazu gezwungen worden, den Abend nicht mit Wladimir Kaminer zu verbringen, der bis vor wenigen Minuten im Gasteig aus seinem neuen Buch „Meine russischen Nachbarn“ vorlas, sondern mussten sich auch ins Bett legen und möglichst wenig tun. Wirklich schade, denn es wäre mit Sicherheit einer der Toptermine in dieser Woche geworden.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass es morgen gesundheitlich bei allen „Luftgeschädigten“ wieder bergauf geht und somit einem Besuch der Lesung von Gert Heidenreich („Das Fest der Fliegen“), nichts entgegen steht.
Am Mittwoch empfehle ich Ihnen den Vortrag von Christoph Ruf zum Thema „In der NPD-Reisen in die National Befreite Zone“ bevor wir uns am Donnerstag mit Mehmet Murat Somer auf die Reise in die Welt der Transvestiten und Transsexuellen begeben und mit ihm versuchen dort einen schrecklichen Mord aufzuklären, mehr dazu auch in seinem Buch „Der Kuss-Mord“.
Am Samstag warten dann mit der Lesung aus Stephen und Lucy Hawkins neuem Buch „Die unglaubliche Reise ins Universum“ und mit John Harvey’s Lesung zu seinem Roman „Tiefer Schnitt“  gleich zwei Highlights auf uns.
Am Sonntag begeben wir uns dann mit dem kleinen Hector in die Welt des großen Hector und somit direkt in die Lesung von Francois Lelord aus seinem aktuellen Buch „Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens“. Damit geht die 50. Münchner Bücherschau zu Ende. Ich würde sagen, ein gelungenes Leseprogramm, das Lust auf die Lesesaison macht. Wer weiß, vielleicht haben ja auch Sie das ein oder andere Buch für sich entdeckt. Viel Spaß beim herbst-und winterlichen Lesen.

Franziska Löffelbein, 2009

Ein Abend mit Frank Schätzing
23.11.2009 21:11:09


Die Lesung oder sollte ich besser sagen, das Gespräch mit Frank Schätzing war ein Ereignis, das tiefen Eindruck auf alle Zuschauer gemacht hat. Zusammen mit ARD Moderator Ranga Yogeshwar nahm Frank Schätzing sein Publikum mit auf den Weg in die Zukunft. Gekonnt verband er den Inhalt seines neuen Bestsellers „LIMIT“ mit seiner persönlichen Meinung und einer Warnung an die Anwesenden, nicht auf die vermeintlich einfachen Dinge im Leben zu verzichten und sich in all der High-Tech-Welt um uns herum nicht selbst zu verlieren.
Frank Schätzing überzeugte durch seine gelassene und sympathische Art und seinen Humor. Ranga Yogeshwar, der ein hervorragender Wissenschaftler ist, war ihm bei der Entwicklung von „LIMIT“ eine große Hilfe, als Gesprächspartner mit Moderationsauftrag zeichnete er jedoch ein ähnlich schwaches Bild von sich wie als Moderatorm in seiner ARD-Sendung, die man mehr wegen des wissenschaftlichen Inhalts als wegen des Unterhaltungswertes einschaltet.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, dass soll Herrn Yogeshwar in keinster Weise als Menschen klein machen. Nichts läge mir ferner, jedoch ist und bleibt er in erster Linie „Faktenmensch“ und wirkt so neben einem weltgewandten Erfolgsautor wie Schätzing ein wenig verloren. Dass er dennoch ebenso unterhaltsam sein kann, wie der „LIMIT“-Autor, zeigte ein kleiner Ausflug in Yogeshwars Buch „Sonst noch Fragen?: Warum Frauen kalte Füße haben und andere Rätsel“.
Am Ende des Abends blieb man mit dem dringenden Wunsch, „LIMIT“ sofort (wieder-) zu lesen, in seinen Sitzen zurück und mit der Hoffnung, dass die Tour, die Schätzing im kommenden Frühjahr in alle größeren deutschen Städte führt, schon allein durch die multimedialen Aspekte eine ähnlich unterhaltsame Atmosphäre schafft wie der Leseabend mit Herrn Schätzing im Rahmen der Münchner Bücherschau.

Detaillierte Infos und eine Rezension zu „LIMIT“ finden Sie demnächst hier.

Franziska Löffelbein, 2009, alle Bilder unterliegen dem Copyright von FVL-designs.com 2009

Endlich wieder Lesefieber-Die 50te Münchner Bücherschau ist gestartet
16.11.2009 17:25:03

Die Pforten der Münchner Bücherschau sind seit dem 12.11.2009 wieder geöffnet und bieten Lesern jeden Alters seit nunmehr 50 Jahren die Gelegenheit, in die neuesten Bücher einzutauchen, in Kontakt mit Ihren Lieblingsautoren zu treten und viele interessante Moderatoren der einzelnen Lesungen zu treffen.
Was vor 50 Jahren als rein bayerische „Messe“ begann, hat über die Jahre an internationaler Bedeutung mehr und mehr gewonnen. Das zeigt auch die Liste der Autoren, die in diesem Jahr hochkarätig besetzt ist. Selbstverständlich finden sich hier noch immer Autoren aus deutschen Landen wieder, denn man will den Stolz auf die neue Dichtergeneration nach den Manns, Brecht und Lenz zeigen.
Wer dieses Jahr alles dabei ist könnt Ihr auf http://www.muenchnerbuecherschau.de detailliert nachlesen.
Auf jeden Fall dabei sind: der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón aus Los Angeles, Gioconda Belli aus Managua, John Harvey und Robert Harris aus der Nähe von  London.
Raffaele Cantone, leitender Staatsanwalt der Antimafia-Behörde, reist aus Neapel an und Mehmet Murat Somer aus Istanbul.
Außerdem kommen aus Deutschland Hans Küng, Frank Schätzing, Anselm Grün, Hans-Peter Dürr, Alfons Schuhbeck und Wladimir Kaminer auf der Bücherschau vorbei.

In diesem Jahr ist auch FVL-Designs immer wieder auf der Bücherschau, um für Euch von den Highlights zu berichten. Also schaut in den kommenden zwei Wochen immer wieder vorbei und freut Euch auf neue Lesetipps und Programmrezensionen.

Heute Abend um 19:00 werden wir mit Frank Schätzing zum Mond fliegen und Euch natürlich hinterher von den Turbulenzen, die das mit sich bringt berichten.


 
Copyright Paul Schmitz

Viel Spaß beim Lesen und Erleben wünscht Euch

Franziska Löffelbein

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