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Februar, 2009
Mando Diao – Give me fire
23.02.2009 12:44:41


(Courtesy of Edel Music)
Neues Jahr, neues Mando Diao-Album. Schön, dass auf manche Dinge in dieser Welt noch Verlass ist. Der vorab veröffentlichte Song „Dance with somebody“ hat sich bei mir bereits in Gehör und Gehirn gefressen, daher bin ich umso gespannter, ob die Platte hält, was die Single verspricht. Kurz gesagt: Ja!!! „Give me fire“ - der Titel ist Programm. Diese Platte rockt wieder. Und zwar ordentlich. Nach dem für meine Ohren eher enttäuschenden Vorgänger „Never seen the light of day“ haben sich die Schweden glücklicherweise wieder vom lassoschwingenden Country-Pop abgewendet und kehren zurück zu ihren Wurzeln. Keine andere Band versteht es schließlich so gut, das Beste der Sechziger- und Siebzigerjahre in derart ansprechende 4-Minuten-Appetithäppchen zu verpacken. Diese Platte klingt nach glitzernden Disco-Kugeln, schmalen schwarzen Anzügen und weißen Herrenschuhen. Mod-Eleganz im Studio 54. Nie hat Retro so viel Spaß gemacht!

10 von 10 Punkten

© Bettina Koch, 2009


 

Late of the Pier
23.02.2009 12:42:25


(Courtesy of MTV.com)
Während Late of the Pier sich in ihrer britischen Heimat gerade bereit machen, sämtliche verfügbaren Preise einzusacken, hat man von ihrem durchgeknallt-psychedelischen Elektropop hierzulande noch nicht viel gehört. Dabei ist ihr Debüt-Album „Fantasy Black Channel“ ein Drogen- und Farbentrip, auf den MGMT mehr als nur neidisch sein können. Gitarren, Sythiebeats, Atari-Sounds – hier wird munter kombiniert, was eigentlich seit den Achtzigern verboten war. Und weil die Jungs dieses Jahrzehnt in erster Linie vom Kinderbettchen aus erlebt haben, klingen sie noch nicht mal peinlich dabei.

ww.myspace.com/lateofthepier


© Bettina Koch, 2009

The Soft Pack
23.02.2009 12:40:58


(Courtesy of The Soft Pack)
Vor kurzem nannten sie sich noch The Muslims, jetzt sind die Kalifornier unter weniger kontroversem Banner gerade in UK als Vorgruppe von Franz Ferdinand unterwegs. Das erste Album ist gerade in der Mache, die auf myspace bereitgestellten Songs erinnern an junge Strokes, nicht völlig betrunkene The View und eine gute Dosis The Damned. Ja, Innovation klingt anders, aber zumindest haben die Jungs offenbar Spaß an der Sache- und mit „Bright Side“ auch einen potenziellen Floorfiller im Gepäck.

www.myspace.com/thesoftpack

© Bettina Koch, 2009

White Lies
23.02.2009 12:30:02


(Courtesy of White Lies)
Die Engländer White Lies sind eine der ersten großen Überraschungen des Jahres 2009. Nachdem sie mit ihrer ersten Single „Unfinished Business“ letztes Jahr schon einiges Aufsehen erregen und sich einige Festival-Slots (unter anderem FM4 Frequency) sichern konnten, ist ihr nun endlich erschienenes Debütalbum gleich mal direkt auf Platz 1 der UK-Charts gestartet.
Die Band besteht aus Harry McVeigh (Gesang/Gitarre), Charles Cave (Bass) und Jack Lawrence-Brown (Schlagzeug) und spielt düsteren Gitarrenpop a la Interpol und The Editors. Die aktuelle Single „To lose your life“ hat absolutes Floorfiller-Potenzial, und ich bin sicher, dass wir von den Jungs in diesem Jahr noch viel hören werden!http://www.myspace.com/whitelies
http://www.youtube.com/watch?v=4HoURg_JUgI

© Bettina Koch, 2009


 

Joe Lean and the Jing Jang Jong
23.02.2009 12:25:52


(Courtesy of Clash Music)
Die Band mit dem unmöglichen Namen hat mich letztes Jahr auf Mypace und live bei Rock im Park bereits vor Veröffentlichung ihres Debüt-Albums restlos überzeugt. Leider haben sich die Jungs im letzten Moment vor der Veröffentlichung entschlossen, die Platte wieder zurück zu ziehen und komplett neu aufzunehmen. Anscheinend waren 8 von 10 Punkten in der britischen Musikbibel NME noch nicht genug! Sollten Joe Lean und Co es in diesem Jahr nun endlich schaffen, ihr Debüt auf den Markt zu bringen, dürfen wir uns auf ein unterhaltsames Poprock-Scheibchen irgendwo zwischen Ramones und Pulp freuen. Bis dahin begnügen wir uns mit dem wunderbaren Video zu „Lonely Buoy“ (was für ein Wortspiel!).
http://www.myspace.com/joeleanandthejingjangjong
http://www.youtube.com/watch?v=HXfxIge7pbs


© Bettina Koch, 2009

The Subways – 7.2.09 Mannheim, Alte Feuerwache
23.02.2009 12:19:08


(Courtesy of www.thesubways.net)
Nachdem ich The Subways auf ihrer Herbsttour leider nicht sehen konnte, mache ich mich also jetzt glücklich auf ins 350km entfernte Mannheim, um in der ausverkauften Alten Feuerwache endlich zu erfahren, wie die Songs des zweiten Albums live rüberkommen. Vor das Vergnügen hat Gott bekanntlich die Vorgruppe gesetzt, aber ich habe wahrlich schon schlimmeres ertragen müssen als One Fine Day. Klar, innovative Rockmusik klingt anders, aber die Hamburger schaffen es mit ihrem stark Beatsteaks-orientierten Sound, ganz ordentlich Stimmung zu machen.
Um kurz nach 22 Uhr legen dann endlich The Subways mit „Rock’n’Roll Queen“ los und rocken sich mit einer Energie durch ihren Set, als müssten sie den Strom für die PA ganz allein generieren. Über eine Stunde lang werden sämtliche Kracher der beiden Alben munter aneinander gereiht, wobei „I want to hear what you’ve got to say“ für mich eindeutig der (vorläufige) Höhepunkt des Abends ist. Soviel Spielfreude und Enthusiasmus habe ich lang nicht mehr gesehen. Die Band wirbelt, rockt, springt über die Bühne, und im Publikum brechen alle Dämme. Billy Lunn, der übrigens vom ersten Song an auf störende Textilien im Oberkörperbereich verzichtet, ist definitiv eine der letzten großen Rampensäue im Rock-Biz und zeigt sich zudem heute sehr viel kommunikationsfreudiger als noch bei den Festivalauftritten im Sommer. Mit der Ansage zu „With you“ lassen sich zwar problemlos alle Peinlichkeits- und Klischeeawards des Jahres gewinnen („Mannheim, how was your Christmas? Mine was pretty fantastic, but it would have been better if I had been WITH YOU!!!“), aber was macht das schon, wenn der Junge sich bei der letzten Zugabe, „Oh yeah“ mit einem großen Satz ins Publikum stürzt und sich einmal durch die Halle tragen lässt? Berührungsängste? Fehlanzeige. Kurze Gesangseinlage am Mischpult, und über den Köpfen des ekstatischen Publikums wieder zurück auf die Bühne zum großen Finale. Mehr Rock’n’Roll geht nicht!
http://www.youtube.com/watch?v=xCG1ovnKrxc

© Bettina Koch, 2009

Franz Ferdinand – Tonight: Franz Ferdinand
04.02.2009 21:49:29


© Domino Records


Das berühmte dritte Album hat schon oft über Erfolg oder Untergang einer Band entschieden. Wenn sich eine Band wie Franz Ferdinand dann für die Fertigstellung des Werks noch fast 4 Jahre Zeit lässt, ist die Erwartungshaltung natürlich noch umso größer. Was wurde im Vorfeld nicht alles berichtet und gemutmaßt: Ausgebrannt und kreativ erschöpft haben sich die 4 Schotten angeblich wochenlang abgeschirmt von Licht und Schall in einem viktorianischen Gemäuer in Glasgow verbarrikadiert, um neue Songs zu schreiben, die düsterer, elektronischer und experimenteller als die bisherigen Werke sein sollten. Entsprechend gespannt schiebe ich also „Tonight: Franz Ferdinand“ in den Player, und schon beim ersten Song, der Single „Ulysses“, ist eines klar: Diese Scheibe ist extrem tanzbar und verdammt sexy! Musik für kühle Großstadtnächte und szenige Partys in alten Fabrikhallen. Die Jungs experimentieren fleißig mit Synthie- und Elektrosounds, ohne jemals auch nur für den Bruchteil einer Sekunde ihre Identität zu verlieren. Moderne Beats werden von klassischen Gitarrenriffs vorangetrieben, und über allem liegt die verruchte Stimme von Alex Kapranos, der es schafft, auf diesem Album noch düsterer und eindringlicher als sonst zu klingen. Songs wie „Live alone“ oder „Feeling alone“ brennen sich unverzüglich ins Gehirn und vermitteln unmittelbar den Impuls „Tanzen-Tanzen-Tanzen“ an die Beine. „Turn it on“ und „What she came for” sind typische Franz Ferdinand-Songs, die an die beiden Vorgänger-Alben erinnern, während die Band auf „Dream Again“ und „Send him home“ mit klassischem 60ies-Pop kokettiert. Mit „Katherine Kiss me“ steht am Ende des Albums eine wunderbare Akustik-Ballade mit ganz hohem Gänsehautfaktor. Zugegebenermaßen, es braucht einige Durchläufe, bis dieses vielschichtige Album sich einem wirklich erschließt, und ich bin nahezu sicher, dass einige Fans den neuen Sound nicht unbedingt akzeptieren werden. Für mich ist „Tonight: Franz Ferdinand“ aber das reifste Album der Band und ein großartiges Stück moderne Rockmusik.


 


9 von 10



© Bettina Koch, 2009

Moke – Shorland
04.02.2009 21:43:39


© Megaphone Records


Moke – Shorland


 


Im Moment liegen mir nur vier Tracks vom nächste Woche erscheinenden Debütalbum der Band vor, und dennoch sind Moke aus Amsterdam für mich schon eine der ganz großen Entdeckungen des Jahres. Doch wie lässt sich eine Band beschreiben, die sich schamlos bei ihren musikalischen Vorbildern bedient und dabei dennoch einen derart innovativen, eigenständigen Sound schafft? „Shorland“ klingt, als hätten Interpol den Soundtrack für einen Rundgang durchs Manchester der 80er Jahre verfasst, und „Last Chance“ ist definitiv der beste Song, den Morrissey nie geschrieben hat. Ihr seht, diese Band lässt einfach alle Vergleiche plump wirken, also macht euch auf der Tour im März einfach selbst ein Bild!


 


8 von 10


 


www.myspace.com/moketheband


 



© Bettina Koch, 2009

Razorlight – Slipway Fires
04.02.2009 21:38:03


© Mercury

Auf ihrem mittlerweile dritten Silberling verfolgen Razorlight konsequent den Weg weiter, den sie auf dem letzten Album eingeschlagen haben. Mitreißende Up-Tempo-Kracher sucht man auf „Slipway Fires“ nahezu vergeblich. Das Album dümpelt viel mehr im gemäßigten Tempo vor sich hin und droht dabei leider nicht nur einmal in die Belanglosigkeit abzurutschen. Ganz deutlich wird in jedem Fall, dass die Band um Johnny Borrell ein unglaubliches Gespür für großartige Rockballaden hat: Die stadiontaugliche erste Single „Wire to Wire“ wird sicher bald im Radio totgedudelt werden, „60 Thomson“ ist ganz großes akustisches Gefühlskino, und „Stinger“ kommt der Grenze zum Kitsch schon gefährlich nahe. Beim uninspiriert vor sich hin stampfenden „Tabloid Lover“ fragt man sich hingegen, ob die Jungs wirklich nichts besseres zu tun hatten, als ihre alten Sweet- und Kiss-Platten noch einmal durch den Wolf zu drehen. Highlight des Albums ist für mich „North London Trash“, das ebenso gut noch vom rockigen Debütalbum stammen könnte. Ein eingängiger Rocksong und eine Handvoll netter Balladen machen aber leider noch kein gutes Album, und so bleibt „Slipway Fire“ für mich ein bestenfalls durchschnittliches Poprock-Scheibchen und weit hinter meinen Erwartungen zurück.


 5 von 10


 


http://www.youtube.com/watch?v=T5L6gjL5wC4


http://www.myspace.com/razorlight


© Bettina Koch, 2009

The Wombats
04.02.2009 21:29:46


©Rykodisc


The Wombats


The Wombats proudly present: A guide to love, loss and desperation


 


Sympathisch ist das Debut der durchgeknallten Liverpooler Wombats schon auf den ersten Blick: Das Artwork erinnert an Bastelaufgaben aus der sechsten Klasse, und Titel wie “Tales of Girls, Boys and Marsupials” lassen auf viel Spaß hoffen. Der erste Eindruck täuscht in diesem Falle zum Glück wirklich nicht. In 13 Kapiteln gewährt uns das Trio Einblicke in den ganz normalen Alltagswahnsinn - verpatzte Dates (Backfire at the Disco), unerfüllte Liebe zur partytollen Zahnarzthelferin (Little Miss Pipedream) oder abgedrehte Großstadtpartys (Let’s dance to Joy Division). Verpackt werden die grotesk-komischen Geschichten in extrem tanzbare Indiepop-Songs, die ebenso charmant daher kommen wie das knuffig-plumpe Bandmaskottchen. Definitiv eines der Highlights des Jahres!


9 von 10


http://www.myspace.com/thewombatsuk


http://www.youtube.com/watch?v=hOlVUG3Uk0Y



© Bettina Koch, 2009

Those Dancing Days - Those Dancing Days (EP)
04.02.2009 21:05:17


© Oskar Kullander

Die schwedischen Vorstadt-Mädels von Those Dancing Days haben es dank Myspace-Propaganda bereits geschafft, für die MTV Europe Music Awards nominiert zu werden, ohne auch nur einen Song verkauft zu haben. Mit ihrer selbstbetitelten Debüt-EP liefern sie nun 5 Bubblegum-Popsongs ab, die so zuckersüß sind wie die bonbonfarbenen Kleidchen der Bandmitglieder. Fernab von musikalischer Perfektion verbreitet die Band einfach gute Laune. Musik für schwüle Sommernächte, die Erinnerungen an die ersten Schulpartys wach werden lässt. Erfrischend unbekümmert singt Frontfrau Linnea Jönsson mit ihrer außergewöhnlichen Stimme popgewordene Tagträume, die sich begleitet von Synthie-Beats und Hammondorgeln in bunte Zuckerwattewolken verwandeln. Ob dieses Konzept genug Potenzial für ein volles Album bietet, bleibt freilich abzuwarten. Mit dem Titelsong „Those Dancing Days“ haben die 5 jungen Damen aber in jedem Fall einen eingängigen Party-Song im Gepäck, der demnächst jeden Indie-Dancefloor mit einer süßen Cocktailkirsche verzieren wird.

Schaut doch mal vorbei auf http://www.myspace.com/thosedancingdays

© Bettina Koch, 2009


 

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